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Hartes Geschäft für XXL-Geflügelzüchter

Rosemarie Bräuer betreibt seit 13 Jahren mit ihrem Mann die Straußenfarm in Torno.
Rosemarie Bräuer betreibt seit 13 Jahren mit ihrem Mann die Straußenfarm in Torno. FOTO: ang1
Torno. Seit dem Jahr 2002 wird in Torno Strauß angeboten: Ob Straußensteak zum Essen oder Straußen eier zum Bemalen – bei der Straußenfarm in Torno, die von dem Ehepaar Bräuer betrieben wird, dreht sich alles um den südafrikanischen Vogel. Anja Guhlan / ang1

Zwei Zuchthähne, drei Zuchthennen und elf Jungtiere leben derzeit auf der Straußenfarm in Torno. Im Jahr 2002 entschloss sich das Ehepaar Bräuer aus Torno auf ihrem rund vier Hektar großen Gelände eine Straußenfarm zu eröffnen. Eines der Hauptanliegen von Wolfgang und Rosemarie Bräuer ist eine artgerechte Haltung der Tiere. So leben die Vögel in verschiedenen Gehegen auf einer Fläche von rund zwei Hektar. Genügend Platz für jeden Strauß. "Wir haben auf unserer Farm nie mehr als 20 Tiere", erklärt Rosemarie Bräuer.

Die heute 63-Jährige hatte vor 13 Jahren bei der Eröffnung nie das Ziel, mit der Farm großen Profit zu machen. "Die Straußenfarm sollte ein reiner Nebenerwerb sein", so Bräuer. Und das ist die Farm bis heute. "Mit dem Verkauf von Straußenfleisch und Straußeneiern verdienen wir uns einen kleinen Obolus hinzu", meint die Hausfrau. Der Lebensunterhalt wird derzeit von den Rentenbezügen ihres 65-jährigen Ehemannes bezahlt.

"Die Nachfrage nach Straußenfleisch und Straußeneiern hält sich in unserer Region in Grenzen, so dass ich diese Nachfrage noch gut bedienen kann", erklärt Rosemarie Bräuer. Obwohl das Straußenfleisch extrem mager und sehr zart ist, hat sich dieses Fleisch bislang nicht wirklich durchgesetzt. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes in Berlin stellen die Straußenhalter eher eine Randgruppe der Geflügelhalter dar. Die Straußenzucht in Deutschland steckt demnach noch in der Experimentierphase. "Um Informationen über die Straußenzucht muss ich mich oft selbst kümmern. Häufig ist der Austausch mit anderen Züchtern die einzige Möglichkeit, sein Wissen zu vervollständigen", erklärt Rosemarie Bräuer.

Die 63-Jährige beklagt auch das viele Lehrgeld, dass sie zahlen musste. "Gerade am Anfang macht man aus Unkenntnis Zucht- oder Haltungsfehler", meint die Züchterin. Ihr selbst aufgezüchtetes Straußenpaar ist demnach ziemlich klein geraten und die Henne legt auch nur ein Ei pro Legevorgang. Zum Vergleich: Andere Hennen auf ihrer Farm legen vier bis fünf Eier pro Legevorgang.

Alt werden die aufgezüchteten Nutztiere aber nicht. Bereits im Alter von 13 bis 14 Monaten sind die Tiere schlachtreif. "Wir schlachten bei uns direkt auf dem Hof und vertreiben das Fleisch auch dort", erzählt Rosemarie Bräuer. Straußenfleisch wird von Verbrauchern aber nicht oft erworben. "Das liegt sicherlich mit daran, dass Straußenfleisch teurer als die meisten Angebote im Supermarkt oder beim Metzger sind", so Bräuer. So kann ein Kilogramm für Steaks rund 20 Euro kosten.

Einnahmen aus der Straußenfarm generiert das Ehepaar Bräuer inzwischen auch über den Tourismus. So bietet das Paar vor allem für Rad- und Wandertouristen, aber auch für Kindergartengruppen oder Schulklassen Führungen durch die verschiedenen Stationen auf der Farm an. "Mir macht es Spaß, mein angeeignetes Wissen über Strauße an andere weiterzugeben", sagt Rosemarie Bräuer. Obwohl die Straußenfarm wirtschaftlich gesehen nicht rentabel ist, will das Ehepaar Bräuer weiter machen. Rosemarie Bräuer meint abschließend: "Solange wir keine roten Zahlen schreiben und keine Kredite aufnehmen müssen, werden wir weiter auf der Farm arbeiten."