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Harig stärkt Witschas den Rücken

Bautzen. Im Streit um ein dreistündiges Gespräch zwischen Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) und dem NPD-Kreisvorsitzenden Marco Wruck hat sich jetzt auch Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) aus dem Urlaub eingeschaltet. In einer von der Kreisverwaltung veröffentlichten Mitteilung stärkt Harig dabei seinem Ersten Beigeordneten demonstrativ den Rücken. Sascha Klein

Rücktrittsforderungen gegen Witschas seien, so Harig, "völlig absurd". Witschas habe mit dem NPD-Kreischef auf dessen Wunsch und im Wissen gesprochen, welchen Einfluss dessen Äußerungen auf seine Mitläufer haben könnten. Laut Harig war es nicht das Ziel, Verhandlungen mit der rechtsextremen Partei zu führen, "sondern der Versuch einer Deeskalation aus Verantwortung". Harig betont, das Gespräch an sich sei nicht falsch gewesen, vielleicht aber dessen Länge.

Aufgrund dieses Gesprächs hatte es seitens der SPD, der Linken und der Grünen massive Kritik an Vize-Landrat Udo Witschas gegeben. Linken-Kreisvorsitzende Marion Junge hatte gesagt, Witschas rede lieber mit Rechten als mit den betroffenen Ausländern. Die Burkauer SPD-Bundestagskandidatin Uta Strewe nannte Witschas' Schritt inakzeptabel. Grünen-Bundestagskandidat Jens Bitzka aus Lauta hatte daraufhin sogar Witschas' Rücktritt gefordert.

Landrat Michael Harig wischt nun all diese Kritik vom Tisch und lobt Witschas öffentlich. Der Landkreis Bautzen gehöre hinsichtlich seiner Haushaltslage und Investitionsstärke zu einem der führenden Kreise in Sachsen: "Das steht mit der außerordentlich guten Arbeit von Udo Witschas im ursächlichen Zusammenhang", so Harig. Zudem betont der Landrat, die Kreisverwaltung habe sich die mitunter schwierige Aufgabe der Unterbringungsbehörde für Asylsuchende und Flüchtlinge nicht ausgesucht. "Aber wir meistern sie gut", so Harig weiter. Zurzeit leben rund 1800 Flüchtlinge im Landkreis.