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Lauta
Happy End für die Langzeit-Ruine?

Ein großer Bauzaun und viel Ruine – das ist der Sachstand am „Trautmann-Bau“ am Lautaer Ortseingang. Seit 2007 steht das Areal vollständig leer.
Ein großer Bauzaun und viel Ruine – das ist der Sachstand am „Trautmann-Bau“ am Lautaer Ortseingang. Seit 2007 steht das Areal vollständig leer. FOTO: Sascha Klein / LR
Lauta. Der „Trautmann-Bau“ ist seit Jahren der Schandfleck am Lautaer Ortseingang, direkt an der B 96. Die Geschichte des Baus hat die Stadt in den vergangenen 25 Jahren beschäftigt. Nun gibt es erneut Hoffnung, dass das Kapitel dieser unendlichen Geschichte doch noch endet. Von Sascha Klein

Es war eines der innovativen, neuen Projekte der Nachwende-Ära in Lauta. Ein modernes Wohn- und Geschäftsgebäude mit Bistro, Bowlingbahn, Friseur und Anwaltskanzlei sollte es werden. So hatte es sich der inzwischen verstorbene Investor Andreas Trautmann vorgestellt. Heute, rund 25 Jahre später, ist bei den Lautaern nur noch der umgangssprachliche Name für das Objekt geblieben – „Trautmann-Bau“. Das Gelände, direkt am Lautaer Orts­eingang, liegt seit mehr als einem Jahrzehnt im Dornröschenschlaf. Seit auch in den Räumen des einstigen Supermarkts direkt neben dem Hauptgebäude niemand mehr seine Waren anbietet, verfällt das Areal noch schneller. Vandalismus und wildes Müllverkippen haben zusätzlich dazu beigetragen, dass das Gelände der wohl zurzeit größte Schandfleck Lautas ist.

Auch Lautas Bürgermeister Frank Lehmann muss mit dieser Situation leben, denn: Das Areal ist nach wie vor in Privatbesitz. Jedoch hat Lehmann leise Hoffnung, dass sich in nächster Zeit doch etwas tut: „Der private Eigentümer ist in konkreten Projektvorbereitungen mit dem Landkreis Bautzen“, sagt Lehmann. Es gebe Ideen, die Gebäude abzureißen. Jedoch kann der Lautaer Verwaltungschef nicht absehen, wie schnell die Planungen vonstatten gehen. „Unsere Hoffnung ist, das eventuell in diesem Jahr zu schaffen.“ Die Stadtverwaltung könne nicht direkt eingreifen, weil die Absprachen zwischen Eigentümer und Behörden des Landkreises erfolgen. „Wir können den Prozess nur begleiten“, sagt Frank Lehmann.

Inzwischen zerstörte Hinweisschilder zeigen, dass auf diesem Gelände einmal Leben gewesen ist.
Inzwischen zerstörte Hinweisschilder zeigen, dass auf diesem Gelände einmal Leben gewesen ist. FOTO: Sascha Klein / LR

Die Geschichte des „Trautmann-Baus“ geht in die frühen 1990er-Jahre zurück. Seitdem begleitet auch die RUNDSCHAU bereits dieses Thema. 1992 hatte der Bau des Wohn- und Geschäftskomplexes direkt neben dem einstigen Aluminiumwerk begonnen. Ein Jahr später hatte der Lebensmittelmarkt geöffnet, im Jahr 1996 waren die ersten Mieter in das Gebäude eingezogen. Insgesamt sollten dort bis zu 19 Wohnungen entstehen. Doch dann verhängte das damals zuständige Landratsamt Kamenz einen Baustopp. Es gab seitens der Behörde keine Genehmigung für diese Anlage. Nach und nach wurde das teils noch im Bau befindliche Areal zur Ruine.

In den 2000er-Jahren begann schließlich die Diskussion, was mit dem Gelände passieren sollte. Nach der Pleite des Investors wurde das Areal schließlich zwangsversteigert. Zunächst fand sich kein Bieter, dann folgte ein Gebot einer Gläubigerbank. Doch sie kam nicht zum Zuge, weil das Gebot deutlich unter der Hälfte des Verkehrswerts lag. Im Oktober 2004 gab es dann einen Zuschlag – und neue Hoffnung für Lauta. Doch auch in den Jahren darauf passierte nichts.

Schließlich hatte die Stadt Lauta im Jahr 2011 selbst überlegt, das Gelände zu kaufen und die Gebäude mithilfe von Landes-Fördermitteln abreißen zu lassen. Das sächsische Innenministerium hatte im April 2014 sogar schon verkündet, dass Lauta 700 000 Euro für den Abriss erhält. Doch dafür hätte die Stadt das Grundstück kaufen müssen. Dazu ist es jedoch nie gekommen.