Von Werner Müller

Die Bilanz liest sich auf den ersten Blick ganz gut. Die Handball-Frauen des SC Hoyerswerda stehen in der Mitteldeutschen Oberliga derzeit auf dem achten Rang. Doch weil zum Saisonende drei Teams aus der Zehner-Liga absteigen, müssen die Hoyerswerdaerinnen sich noch um wenigstens einen Platz verbessern.

„Das ist natürlich schwer, weil die jungen Spielerinnen, die wir in der neuen Saison in das Team integriert haben, einfach noch etwas Zeit benötigen“, sagt Trainer René Althaus. Der Sprung von den B-Mädchen in die Mitteldeutsche Oberliga sei sehr groß.

Dennoch möchte Althaus den eingeschlagenen Weg, vor allem auf talentierte Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, weiter fortführen. „Wir konnten jetzt gegen die zwei Aufsteiger auswärts jeweils einen ganz wichtigen Punkt holen, wo die jungen Spielerinnen aktiv mitgearbeitet und zum Unentschieden wesentlich beigetragen haben. Da konnte man schon sehen, wie die erfahrenen Spielerinnen mit den jungen Spielerinnen gearbeitet haben“, sagt Althaus.

Der Trainer nennt Betty Kulke, Greta Schmidt und Marie Grabsch, vor allem aber Alyne Trunsch im Tor, die mit 16 Jahren die vierte Liga in Angriff nimmt. „Davor muss man einfach den Hut ziehen, auch wenn sie natürlich noch Höhen und Tiefen erlebt“, so Althaus.

Ganz wichtig sei, dass die erfahrenen Spielerinnen für die jungen Spielerinnen Patenschaften übernommen haben. Das fördert den Zusammenhalt und weckt den Teamgeist. „Das zeigt sich zum Beispiel auch darin, wenn wenn nach einem verloren Punktspiel Sophia Rösler versucht, die jungen Spielerinnen moralisch aufzurichten, wenn sie sagt: Wir haben zwar verloren, aber trotzdem hat das Team wieder einen Schritt nach vorn gemacht. Wir müssen weiter an uns arbeiten und müssen weiter dranbleiben, dann machen wir beim nächsten Spiel wieder den nächsten Schritt nach vorn.“

Und dennoch: Gibt es angesichts der großen Herausforderungen auch Sorgen beim verantwortlichen Übungsleiter? Althaus: „Nein, es macht totalen Spaß, das Team zu trainieren. Ich denke, wir sind mit Co-Trainer Damian Reichart auf einem guten Weg.“

Dabei erlebten die Handballerinnen natürlich noch Höhen und Tiefen. Gegen Dessau gab es viele technische Regelfehler, vor dem Tor wurden selbst beste Chancen nicht verwertet. „Wir haben praktisch alles verkehrt gemacht, was man falsch machen konnte“, so Althaus. Am Ende stand eine 17:26-Niederlage. „Gegen den BSV 93 Magdeburg und SV Koweg Görlitz, dem jetzigen Spitzenreiter, haben wir wiederum sehr gut ausgesehen, bis zehn Minuten vor Schluss. Ich denke schon, dass in nächster Zeit so ein kleiner Aha-Effekt kommt. Wir erleben die Erfolge des Teams als moralische Aufrichtung und die Tiefpunkte nutzen wir, um zu analysieren, wo wir uns verbessern können. Auch verlorene Spiele liefern uns also ganz wichtige Erkenntnisse“, erklärt Althaus.

Der Trainer ist mit der Entwicklung des Teams in den vergangenen Monaten zufrieden. Nadja Irmisch, die aus Rödertal zurückgekehrt ist, finde von Spiel zu Spiel immer besser in das Team hinein und könne schon bald eine wichtige Stütze sein. Charlotte Schöps hat ihr Studium beendet, eine Auszeit genommen und kommt im Januar wieder zurück. Mit Vera Apitz und Sophia Rösler gibt es erfahrene Spielerinnen, die die Mannschaft gut zusammenhalten. Nicole Seidel kommt wieder zurück aus Döbeln, um das Team zu verstärken.

Doch neben dem Tagesgeschäft hat sich Althaus auch einer anderen wichtigen Aufgabe verschrieben. So steht in den nächsten Wochen die Sichtung des Handballnachwuchses im Leon-Foucault-Gymnasium an. Dort sind sechs B-Juniorenspielerinnen in der Sportbegabtenklasse integriert.

Nach dem Jahreswechsel wird Althaus mit seinem Team den Fokus auf eine erfolgreiche Rückrunde legen. Bereits am 20. Januar steht das nächste Spiel in Niederndodeleben auf dem Plan. „Da haben wir gleich einen starken Gegner vor der Brust, denn die Gastgeber gehören als Drittplatzierter zu den Top-Teams der Liga“, sagt Althaus.

Zum rettenden siebten Platz fehlen den Hoyerswerdaer Frauen aktuell vier Punkte. Im Abstiegskampf müssen deshalb möglichst schnell Erfolge her. Damit die Mission Klassenerhalt im Sommer zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden kann.