Rückblende: Am Montagabend des 23. Mai 2016 war ein Unwetter über die Elsterheide gezogen. In Bergen trafen taubeneiergroße Hagelkörner das 20 bis 30 Zentimeter starke Schilfdach der Pattokaschen Schrotholzscheune. Zwar wurde es nicht zerstört, wies aber anschließend massive Dellen und Löcher auf. "Die müssen zeitnah geschlossen werden, um die Ansammlung von Feuchtigkeit zu verhindern, die wiederum Schimmelpilze anzieht", weiß Volkskünstlerin Birgit Pattoka. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits bis zum Spätherbst erfolgt sein, doch das Wetter spielte nicht mit.

Jetzt hat der junge Dachdecker und erste Reetdachdecker Brandenburgs, Daniel Girke, die Schadstellen gereinigt, von Unrat befreit und die durch den Hagelschlag beschädigten Schilfhalme "nachgeschlagen", wie der Fachmann sagt, ergo tiefer eingeschoben und neue Halme eingesetzt.

Unternehmer Girke, der seine Spezialisierung an der Ostsee erlernte, kümmert sich bereits seit Jahren um das insgesamt rund 240 Quadratmeter große Dach der Bergener Schrotholzscheune.

Normalweise müssen solche Dächer aller sieben bis zehn Jahre nachgebessert und repariert werden. Jetzt waren es nur gut sechs. Beim letzten Mal erfolgte die Reparatur ebenfalls außer der Reihe. "Vögel hatten den First zerrupft", erinnert sich Birgit Pattoka. Dank eines Drahtkonstrukts herrsche seitdem Ruhe. Das Dach in seiner heutigen Form wurde im Jahr 1999 im Zuge der Komplettsanierung der Scheune aufgebracht. Noch immer erinnern im historischen Gebälk einzelne Stücke an dessen Vorgänger, der es auf geschätzte 100 Jahre brachte.