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| 18:17 Uhr

Neues Puzzleteil fürs Lausitzer Seenland
Hafenpläne für den Partwitzer See

Sie sind die „Macher“ am Partwitzer See: Reiterhof- und Campingplatzinhaberin Karin Mietke (2.v.l.) und die Crew von der Jetski Base, Udo Wielage, Dirk Lehmann und Daniel Ahrens (v.l.). Sie sorgen dafür, dass Gäste am Seeufer schöne Erlebnisse haben.
Sie sind die „Macher“ am Partwitzer See: Reiterhof- und Campingplatzinhaberin Karin Mietke (2.v.l.) und die Crew von der Jetski Base, Udo Wielage, Dirk Lehmann und Daniel Ahrens (v.l.). Sie sorgen dafür, dass Gäste am Seeufer schöne Erlebnisse haben. FOTO: LR / Catrin Würz
Klein Partwitz. Am Ufer des Gewässers fiebern Touristikanbieter und Gäste der Weiterentwickung des Sees entgegen. Ein Schiffsanleger mit kleiner Marina ist im Hafenbecken geplant. Von Catrin Würz

Weißer, feiner Sand in der Lounge mit den einladend dastehenden Sonnenstühlen. Der Blick öffnet sich auf blaues Wasser unter einem noch blaueren Himmel. Am Ufer wiegen sich drei Jetski schaukelnd auf den Wellen – es ist ein Anblick wie aus einem Urlaubskatalog. Und da gehört er ja auch hinein – der Partwitzer See. Mit einer Fläche von elf Quadratkilometern ist das einstige Tagebaurestloch Skado eines der größten Gewässer im Lausitzer Seenland.

An ihrer Jetski Base im Hafenbecken haben Inhaber Dirk Lehmann und seine Mitstreiter Daniel Ahrens und Udo Wielage in diesen hochsommerlichen Tagen alle Hände voll zu tun. Die drei Jetski-Enthusiasten betreiben die kleine Basisstation mit Verleih und zwei auf der Wasserfläche abgesteckten Kursen nebenberuflich und nur am Wochenende. „Aber da haben wir dann meistens 20 bis 30 Gäste, die teils bis aus Hamburg und München, aber auch aus Polen und Tschechien zu uns anreisen“, sagt Daniel Ahrens.

Der Rennparcours ist auf dem Partwitzer See streng nach den europäischen Standards gestaltet. „Das nutzen viele Sportler gern auch zum Trainieren“, ergänzt der Hoyerswerdaer. Obwohl sich die Jetski-Unternehmer mit ihrer Geschäftsidee am Partwitzer See sehr wohl fühlen: Klar ist schon, ihre Basis am Hafenbecken ist nur ein zeitlich begrenztes Provisorium. Die „geräuschintensiven“ Motorsportarten sollen laut Regionalplanung am Spreetaler See angesiedelt werden. Doch dort gibt es noch immer Probleme mit den geotechnischen Gutachten für den angepeilten End-Wasserstand von 107 Metern. Momentan passiert dort nichts und es gibt kaum verbindliche Ansagen für die Investoren. „Wir richten uns für 2019 deshalb auf eine weitere Saison am Partwitzer See ein“, sagt Dirk Lehmann.

Zu den „Machern“ am Partwitzer See gehört seit inzwischen zwei Jahrzehnten auch Karin Mietke. Sie betreibt einen Reiterhof, den Campingplatz und das einzelne schwimmende Haus. Rund 3000 Gäste checken auf dem kleinen Naturcampingplatz oberhalb des Partwitzer Badestrandes pro Saison ein. Karin Mietke hofft ebenso wie der Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark, dass am Partwitzer See nun bald der nächste Entwicklungsschub einsetzt. „Wir müssen bei der Infrastrukturentwicklung vorankommen. Dazu sind auch zügigere und einfachere Genehmigungsverfahren bei den Landesbehörden nötig“, fordert der Bürgermeister am Montag während einer Diskussion mit Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Anderenfalls, so Koark, werde der Planungsvorlauf in der Region verspielt. Und die touristische Konkurrenz schläft nicht.

Eine neue Qualität wird der Partwitzer See zumindest erreichen, wenn 2019 – wie bislang geplant  der Barbarakanal als schiffbare Verbindung zum Geierswalder See in Betrieb genommen wird.  Dann wird es Booten möglich, vom Senftenberger See über den Koschener Kanal zum Geierswalder See und bis zum Partwitzer See zu gelangen. Ein neues Puzzleteil für die geplante Seenkette, die eines Tages zehn Gewässer miteinander verbinden soll, wird dann hinzugefügt.

Für einen neuen Schiffsanleger im Hafenbecken am Ostufer des Partwitzer Sees – also dort, wo heute noch die Jetski-Freunde ihrem Sport frönen – laufen derzeit die Planungen auf Hochtouren. Verschiedene Varianten sind betrachtet worden, bestätigt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) als Projektträgerin. „Eine bevorzugte Variante ist gefunden, muss aber noch gemeinsam mit dem Planungsbüro, dem Zweckverband und der Kommune erörtert werden. Danach kann die Vorplanung in eine Entwurfs- und Genehmigungsplanung überführt werden“, teilt Stefanie Klein von der LMBV-Unternehmenskommunikation mit. Das Ziel sei es, mit dem Bau des Schiffsanlegers nach der Saison 2019 zu beginnen.

Zu den Plänen für den neuen Hafen am Partwitzer See gehören neben dem Schiffsanleger auch 50 bis 80 Liegeplätze für Boote und ein kleines Hafengebäude mit Gastronomie und Ferienwohnungen. Bis dahin ist noch ein weiter Weg, aber Unternehmerin Karin Mietke will für diese Entwicklungen weiter mit am Ball bleiben.

Das schwimmende Haus am Partwitzer See. Nach einem Sturm sind die Verankerungen nun wieder repariert.
Das schwimmende Haus am Partwitzer See. Nach einem Sturm sind die Verankerungen nun wieder repariert. FOTO: LR / Catrin Würz