ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:32 Uhr

Lauta
Härtetest im Sattel

Vier Kumpels trotzen allen Wetterkapriolen: Andreas Witschaß (37) aus Lauta Dorf, Markus Linke (35) aus Schwarzkollm, Jan Matz (36) aus Lauta und Kay Vetter (38) aus Großkoschen (v.l.n.r.).
Vier Kumpels trotzen allen Wetterkapriolen: Andreas Witschaß (37) aus Lauta Dorf, Markus Linke (35) aus Schwarzkollm, Jan Matz (36) aus Lauta und Kay Vetter (38) aus Großkoschen (v.l.n.r.). FOTO: LR / Sascha Klein
Lauta Dorf. Vier Lausitzer wollen in 24 Stunden von Lauta Dorf nach Kolberg. Von Sascha Klein

Manche machen nette Fahrradtouren. Ein wenig um den Partwitzer  See radeln, Beine ausschütteln. Aber vier Kumpels brauchen die Hardcore-Variante. Andreas Witschaß, Markus Linke, Jan Matz und Kay Vetter wollen innerhalb von 24 Stunden von Lauta Dorf ins polnische Kolberg fahren. Rund 410 Kilometer sitzen sie im Sattel. Die Strecke haben sie über die App „Komoot“ ausrechnen lassen. Die sagt: Reine Fahrzeit sind 16 Stunden und 20 Minuten – bei einem Schnitt von 24,9 km/h. Ziel ist die Ostsee-Promenade in Kolberg (Kolobrzeg). „Ich denke, dass wir das klar unter 24 Stunden schaffen“, sagt Tischler Andreas Witschaß (37). Dieses Mal wollen sie alle 50 Kilometer eine kurze Pause machen. Längere Stopps gibt es für Frühstück und Mittag. Vor rund drei Jahren hat Witschaß das Radfahren für sich entdeckt. Sein Schwiegervater hat ihn darauf gebracht. Jetzt braucht er eine neue Herausforderung.

Donnerstag, 17 Uhr: Witschaß kocht schnell noch Nudeln mit Tomatensauce – ein letzter Energieschub für alle für die Fahrt durch die Nacht. Wobei: In der Mittsommernacht ist es am längsten hell, deshalb fahren sie an diesem speziellen Tag. Ein Blick nach draußen: Es beginnt zu regnen. Tagelang herrscht Hitze. Jetzt, kurz vor der Abfahrt: mieses Wetter. Aber das kann das Kumpel-Quartett nicht schocken. „Im vergangenen Jahr sind wir nach Rügen gefahren. Zwischendurch hat es gewittert. Morgens um vier ist neben uns ein Blitz eingeschlagen“, sagt der 37-Jährige. „Spätestens dann waren wieder alle hellwach.“

Das Fahrrad-Quartett fährt zum Training zwischen 150 und 200 Kilometer pro Woche. „Ich bin einen Tag losgefahren: Freienhufen, Calau, Lübbenau, Lübben, Burg, Vetschau und zurück nach Lauta Dorf“, sagt Witschaß. 160 Kilometer am Stück. Diesmal ist es zweieinhalb Mal so viel. Ein wichtiges Utensil deshalb: Schmerztabletten. Denn: Wer 20 Stunden im Sattel ist, bekommt automatisch irgendwann Schmerzen.

Geschafft: Die Radler Andreas Witschaß, Jan Matz, Markus Linke und Kay Vetter sind am Donnerstagabend in Lauta losgefahren und gut 21 Stunden später in Kolberg (Kolobrzeg) angekommen. „Alles gut gegangen und alle gut drauf“, so die erste Reaktion von Jan Matz.
Geschafft: Die Radler Andreas Witschaß, Jan Matz, Markus Linke und Kay Vetter sind am Donnerstagabend in Lauta losgefahren und gut 21 Stunden später in Kolberg (Kolobrzeg) angekommen. „Alles gut gegangen und alle gut drauf“, so die erste Reaktion von Jan Matz. FOTO: LR / Jan Matz

Update: Freitag, 15 Uhr. Die Lausitzer grüßen vom Ostseestrand. Das Gute für alle vier: Den Rückweg dürfen sie mit der Bahn antreten. Dabei können sie schon einmal überlegen, wo es 2019 hingehen soll.