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Händel-Experiment
Händel-Improvisationen vor laufender Kamera

Workshop-Atmosphäre: Eine Filmcrew ist mit Pianistin Ragna Schirmer (r.) in Hoyerswerdaer Gymnasium gekommen. Dessen Schüler beteiligen sich am „Händel-Experiment: Mach deine Schule berühmt“.
Workshop-Atmosphäre: Eine Filmcrew ist mit Pianistin Ragna Schirmer (r.) in Hoyerswerdaer Gymnasium gekommen. Dessen Schüler beteiligen sich am „Händel-Experiment: Mach deine Schule berühmt“. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Hoyerswerdaer Gymnasiasten beteiligen sich an einem Experiment. Bei diesem lernen sie den Barock-Komponisten und klassische Musik kennen. Von Katrin Demczenko

Ilona Seeliger, Musiklehrerein am Hoyerswerdaer Lessing-Gymnasium, hat sofort positiv auf eine Anfrage des Mitteldeutschen Rundfunks reagiert: Mitarbeiter vom Medienkompetenzportal „medien 360 g“ des Senders führen aktuell mit Kindern und Jugendlichen vieler Schulen das „Händel-Experiment: Mach deine Schule berühmt“ durch. Sie hatten auch das Hoyerswerdaer Gymnasium ausgewählt. Und weil diesem die musische Ausbildung seiner Schüler seit Jahrzehnten wichtig ist, sagte Ilona Seeliger zu.

So kamen nun die Filmleute mit der Pianistin Ragna Schirmer zu 25 erwartungsvollen Gymnasiasten der Klassenstufen 6 bis 11. Diese besuchen entweder die vertiefte musische Ausbildung oder erlernen in der Freizeit ein Instrument. Sie sollen den Komponisten Georg Friedrich Händel und klassische Musik im Allgemeinen auf besondere Weise kennenlernen, sagte der MDR-Musikvermittler Ekkehard Vogler zu Beginn des Workshops in der Aula.

Pianistin Ragna Schirmer stellte sich selbst und den Komponisten vor. Sie spielte am Flügel vier Stücke aus der Suite g-Moll, in der Händel fast 260 Jahre nach seinem Tod den Hörern sein Wesen offenbart. Die Schüler erkannten in den virtuos gespielten Werken mehrere musikalische Charaktere, die sich abwechseln. Vor allem erzählte der musikinteressierte Händel von der großen Auseinandersetzung mit seinem Vater, der ihn zum Jura-Studium schicken wollte. Mit 18 Jahren reiste Händel auf eigene Faust nach Italien, befasste sich mit dem Genre Oper und gründete später in London seine erste Operncompagnie, erzählte Ragna Schirmer. Der Komponist war während des Barock ein Superstar und nach seiner Musik wurde auch getanzt.

Kompositorisch waren für den Meister seine Noten oft nur Improvisationsgrundlage. Er verlangte von den Musikern nicht, dass sie sich immer ganz strikt daran hielten. Eine Schülerin verglich diesen freien Umgang mit Musik mit dem Psychedelic Rock von heute.

Die Passacaglia der Händel-Suite bildete dann für die Gymnasiasten die Grundlage, selbst auf ihren mitgebrachten Instrumenten zu musizieren. Schnell entstand aus Akkordeonisten, Gitarristen, drei Geigerinnen, einer Blockflötistin und dem Pianisten Josef Biener ein kleines Orchester. Das übte vor laufender Kamera das originale Stück „vom Blatt“.

Dann erfanden einige Schüler, auch Josef Biener, zu der Grundmelodie eigene Improvisationen. Der Achtklässler spielt seit neun Jahren Klavier und besucht die vertiefte musische Ausbildung des Lessing-Gymnasiums. Weil er gern improvisiert, hatte er sich auf den Workshop gefreut.

Die Bild- und Tonaufnahmen werden mehrmals verwendet. Die Sendung „mdr um 11“ und die MDR-Onlineredaktion wollen Fernsehbeiträge bringen. Das MDR-Regionalstudio Bautzen benutzt die Tonaufnahmen für einen Radiobeitrag.