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Gymnasiasten suchen für sich Chancen und Risiken

Louis Kasper (v.l.), Tanja Salowsky, Monique Riedmann und Thomas Pattoka gehören zur Schülerfirma.
Louis Kasper (v.l.), Tanja Salowsky, Monique Riedmann und Thomas Pattoka gehören zur Schülerfirma. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Schüler sollen nicht nur für die nächste Klassenarbeit lernen, sondern Wissen für ihr künftiges Leben in der Gesellschaft erwerben. Dieses Ziel verfolgt die Schülerfirma "Pupils on stage" des Lessing-Gymnasiums Hoyerswerda schon seit ihrem Bestehen im Jahre 1999. dcz1

Die 14- bis 18-jährigen Mitarbeiter organisieren zum Beispiel jährlich komplett schuleigene Veranstaltungen wie das Benefizkonzert der Lessing-Chöre in der Lausitzhalle und das Sommerfest. "Beim Frauenbrunch im Lausitz-Center sind wir die Caterer", erzählte die 17-jährige "Pupils on stage"-Geschäftsführerin Monique Riedmann. Die Schülerfirma wird von Seiten des Lessing-Gymnasiums von der derzeit erkrankten Lehrerin Inge Bormann unterstützt.

Seit September 2016 arbeiten die "Pupils on stage"-Mitarbeiter auch im Interreg-Projekt der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) Bautzen mit zwei sächsischen und vier polnischen Schülerfirmen zusammen, die jeweils zu einem Gymnasium oder Lyzeum gehören. Gemeinsam wollen die Jugendlichen die kulturellen und touristischen Möglichkeiten der Grenzregion entdecken und berufliche Kompetenzen erwerben, die beim Betrieb einer Schülerfirma hilfreich sind, erklärte Thomas Pattoka. Der Elftklässler teilt sich mit Monique Riedmann die Aufgaben der Geschäftsführung. Auf eintägigen Arbeitstreffen und zweitägigen Workshops, die bis zum Projektende im August 2019 alle teilnehmenden Schülerfirmen in ihren Orten organisieren, werden deutsche und polnische Fachleute zum Beispiel über Public Relations oder die Anfertigung einer Regionalanalyse aus unternehmerischer Sicht referieren. "Ein Dolmetscher übersetzt immer die Seminarinhalte und wenn wir in gemischten Gruppen Aufgaben erfüllen, sprechen wir meist Englisch miteinander", erinnerte sich Monique Riedmann an ihren Aufenthalt am Adam-Mickiewicz-Lyzeum Luban.

Wenn im März die 16 "Pupils on stage"-Mitarbeiter die Vertreter der anderen Schülerfirmen zu dem zweitägigen Treffen in Hoyerswerda empfangen, haben sie nicht nur Verpflegung und Unterkunft für die Gäste und das Programm neben den Seminaren organisiert. Die Lessing-Gymnasiasten bringen auch die wirtschaftliche Stärken-Schwächen-Analyse der Region um Hoyerswerda mit und den sich für sie daraus ergebenden Blick auf vorhandene Chancen und Risiken. Die Schüler aus Bischofswerda, Görlitz, Zgorzelec, Boleslawice, Luban und Zary haben, so ist es geplant, ebenfalls ihre Arbeitsergebnisse dabei, sodass ein Überblick über die gesamte sächsisch-polnische Region entsteht, so Thomas Pattoka.

Das Projekt finanzieren die EU aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg Polen-Sachsen 2014 bis 2020 und der Freistaat.