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Gymnasiasten schauen Journalisten in den Block

Hoyerswerda. Normalerweise löchern Redakteure ihr Gegenüber mit Fragen, um möglichst viele Informationen zu erhalten. Bei der Klasse 9a des Leon-Foucault-Gymnasiums in Hoyerswerda wechselten Schüler und eine Redakteurin der RUNDSCHAU für eine Unterrichtsstunde die Rollen. Anja Brautschek

Innerhalb des Projektes "Zisch", das die LAUSITZER RUNDSCHAU gemeinsam mit enviaM durchführt, steht eine Redakteurin den Mädchen und Jungen Rede und Antwort zum Journalismus.

Aufgeschlossen stellen sie ihre Fragen, um den Beruf des Journalisten näher kennenzulernen: "Wie kann man Redakteur werden? Welcher Bereich ist besonders spannend? Wie viele Artikel schreibt ein Redakteur täglich?" Die Gymnasiasten erhalten einen Einblick in den Beruf. Sie lernen, dass es dabei nicht nur um das Schreiben von Texten geht. Termine müssen koordiniert, Fotos gemacht, Mitteilungen oder Leserbriefe bearbeitet und der Online-Bereich mit zusätzlichen Inhalten ausgebaut werden. All diese Aufgaben machen den Beruf des Journalisten spannend und abwechslungsreich, aber auch herausfordernd. Insbesondere als Lokaljournalist ist ein breites Wissen gefragt, um sowohl politische, wirtschaftliche, als auch kulturelle Themen umsetzen zu können, erfahren die Gymnasiasten.

Wie Journalisten überhaupt die Themen für die Zeitung finden, wollen die Schüler weiter wissen. "Ein Journalist sollte mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Vermeintliche Geschehnisse am Rande einer Veranstaltung können zum Mittelpunkt einer Geschichte werden", erklärt Redakteurin Anja Brautschek. Ein Gespür für Themen und was die Einwohner derzeit bewegt, wird dabei verlangt. Dabei müssen auch Themen bearbeitet werden, die unter Umständen nicht von jedem positiv aufgefasst werden. Ob Menschen dann auch unzufrieden mit Artikel sind, fragt eine Neuntklässlerin. "Als Journalist muss man unabhängig über Ereignisse berichten. Das bedeutet auch, kritische Sichtweisen oder Missstände anzusprechen", erklärt die RUNDSCHAU-Redakteurin. Als Journalist bedeute das, Selbstbewusstsein zeigen und sich nicht beeinflussen zu lassen.

Interessiert hören sich die Schüler auch die Arbeitszeiten an. Da kein Tag dem anderen gleiche, schlägt sich das auch auf den Arbeitsalltag nieder. Mal beginnt ein Tag früh morgens, ein anderer verschiebt sich aufgrund der Termine lange in den Abend. Flexibles Arbeiten ist erforderlich.