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| 12:45 Uhr

Rockmärchen
Rockmärchen „Malvina“ wird wieder aufgeführt

Kyra, Luca, Dominic und Christian üben die Gerichtsszene für das Rockmärchen "Malvina".
Kyra, Luca, Dominic und Christian üben die Gerichtsszene für das Rockmärchen "Malvina". FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. An historischer Stelle wird das Werk von Gundermann im November zu erleben sein. Von Katrin Demczenko

Menschen mit Musik, Gesang sowie Spielszenen begeistern und dabei interessante Geschichten erzählen – das war die Welt von Gerhard „Gundi“ Gundermann und der Brigade Feuerstein. Nun ist der Hoyerswerdaer Rockpoet seit 20 Jahren tot, aber seine zeitlos modernen Lieder sowie Kindermusicals werden immer noch aufgeführt.

Aktuell proben sieben Jugendliche und junge Erwachsene in der Musik- und Kunstschule Bischof das Rockmärchen „Malvina“, das sie am 11. November ab 15.30 Uhr im Saal der Kulturfabrik im Bürgerzentrum Braugasse 1 präsentieren. In der Woche davor finden an gleicher Stelle fünf Schülerveranstaltungen statt, sagt Elke Förster voller Freude.
Der Landkreis Bautzen unterstützt das Projekt finanziell. Die Wahl des Spielortes ist historisch begründet, denn genau in diesem Saal, damals noch der alten Kufa, spielte 1998 die Brigade Feuerstein mit Gundermann als Tränchen Traurig das Stück. Das war sein allerletzter Auftritt in Hoyerswerda.

Elke Förster ist Regisseurin des Rockmärchens, gehörte ehemals zur Brigade Feuerstein und spielte bei den Aufführungen von 1981 bis 1998 die böse Geisterbahnbesitzerin Alfazalfa. In Gerhard Gundermanns Geschichte verzaubert diese das Mädchen Malvina (Luca) in eine tanzende Puppe, die als neue Attraktion wieder Besucher in die Geisterbahn locken soll.
Tom Didelei (Dominic) und Tränchen Traurig (Justus) vermissen Malvina, suchen sie in vielen Städten und finden sie erst im Land des Königs Klingel (Christian). Das Stück nutzt Melodien der Beatles und verschiedener Bands der 1970er-Jahre, auf die Gundi neue Texte geschrieben hat, erzählt Elke Förster. Drei Songs komponierte Alfons Förster und beim Auftritt übernimmt die Band Nachspiel der Musik- und Kunstschule Bischof live die komplette musikalische Begleitung. Die Zuschauerkinder werden das Geschehen aktiv mitgestalten, erfuhren die Hobbyschauspieler, die deren Zurufe sofort in ihr Spiel einbeziehen und in richtige Bahnen lenken müssen.
Jeden Freitag und so manches Wochenende wird nun geübt, so vergangene Woche die Gerichtsszene, bei der Alfazalfa (Vivian) für ihr böses Tun verurteilt wird. Wie, sei noch nicht verraten, aber die befreite Malvina (Luca) übernimmt dabei eine wichtige Rolle. Die Achtklässlerin muss hier nur sprechen, in anderen Szenen aber auch tanzen und singen. Neu sind ihr diese Aktivitäten wahrlich nicht, weil sie schon mit dreieinhalb Jahren erstmals auf einer Bühne stand, erzählt das Mädchen. Aus Freude am Spiel ist sie Stammmitglied der Schauspielgruppe der Musik- und Kunstschule Bischof und war 2017 die Janka in „Janka und der Drache Plon“. Als Malvina muss sie wie die anderen Schauspieler diesmal live mit der Band Nachspiel singen. Das sei für sie die größte Herausforderung, sagt Luca.
Für den 21-jährigen Hobbymusiker Dominic sind Schauspiel und Tanz eine neue Erfahrung, aber mit seiner Rolle als lustiger Tom Dideldei konnte er sich schnell anfreunden. Seinen umfangreichen Text müsse er eben schnell lernen, weil er erst vor vier Wochen zu der Gruppe gekommen ist.