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| 14:22 Uhr

Gedenken an Bernd Nitzsche
Gundis Lieder erklingen im Gedenken

 Helge Niegel (4. v.l.) hat die Statue Engelschwünge für Gundermann-Freund Bernd Nitzsche zu seinem ersten Todestag 2010 in Hoyerswerda geschaffen.
Helge Niegel (4. v.l.) hat die Statue Engelschwünge für Gundermann-Freund Bernd Nitzsche zu seinem ersten Todestag 2010 in Hoyerswerda geschaffen. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Gerhard Gundermanns alte Band „Seilschaft“ hat sich in Hoyerswerda zum zehnten Todestag des Weggefährten Bernd Nitzsche getroffen. Er hatte einen bedeutenden Anteil an der Pflege von Gundis musikalischem Erbe. Von Katrin Demczenko

Lieder des 1998 verstorbenen Hoyerswerdaer Rockpoeten Gerhard „Gundi“ Gundermann erreichen immer Leib und Seele der Zuhörer. Das ist auch auf dem internen Treffen von Gundermanns Seilschaft und Freunden zum zehnten Todestag des Musikers Bernd Nitzsche so. Die Freunde und Wegbegleiter haben sich über Pfingsten getroffen.

Christian Haase, Johan Meijer und andere Sänger haben ihm zu Ehren im vollbesetzten Irish Pub Black Raven unter anderem „Ich mache meinen Frieden“, „Straße nach Norden“ und „Wo bleiben wir“ gesungen.

Die Gäste singen die Lieder meist versonnen mit und hingen während des Konzerts ihren Gedanken nach. Verständlich – gehen die Stücke doch nicht nur Kennern unter die Haut.

Gundermann-Musiker erinnern an Bernd Nitzsche

Organisiert hatte diesen besonderen Pfingstsamstag Bernd Nitzsches ehemalige Lebensgefährtin Jana Kohlsche. Sie wollte an den Musiker, Mitstreiter und langjährigen Freund von Gundi erinnern, was auch mit Filmaufnahmen eines Gundermann-Treffens von 2002 am Black Raven geschah. Bernd Nitzsche & Freunde spielten dort Lieder des Rockpoeten.

Nitzsche hatte Gundermann Anfang der 1970er zu Zeiten des Singeklubs Hoyerswerda im Jugendclubhaus „Ossi“ kennen gelernt. Zusammen mit Werner „Wenni“ Schickor, Elke Förster und anderen gründeten sie 1978 die Brigade Feuerstein, die bis Ende der 1980er Jahre Gundis zum Nachdenken anregende, teils kritische Lied- und Theaterprogramme aufführte.

Dass das so geschehen konnte, daran hatte auch Bernd Nitzsche in seiner Funktion als Zuständiger für Kultur bei der Stadt Hoyerswerda großen Anteil, sagte das Seilschaft-Mitglied Reinhard „Pfeffi“ Ständer.

Maik „Pille“ Pillokat stand ebenfalls zuerst als Feuerstein auf der Bühne, ehe er sich dem Bedienen der Technik zuwandte. Er war fortan Gundermanns Techniker und nahm seine Solo-Konzerte und solche mit Begleitung durch verschiedene Bands auf. Das betraf auch Gundis letzten Auftritt am 15. Juni 1998 in der Kulturscheune Krams.

Gerhard Gundermanns musikalisches Erbe

Mit dem Entstehen der F-Band um Sänger Bernd Nitzsche arbeitete Maik Pillokat unter anderem für diese Gruppe. „,Wenni‘ und ich haben sie 1996 erfunden“, erzählte der Hoyerswerdaer Kunsthandwerker Helge Niegel. Anfangs wurden Songs von Pink Floyd und anderen Bands gecovert, doch noch zu Gundermanns Lebzeiten begannen sie, seine Lieder nachzuspielen.

Gundermann, der damals mit der Seilschaft gearbeitet hat, unterstützte dieses Engagement, erinnerte sich Elke Förster. Umso wichtiger wurde es nach seinem allzu frühen Ableben. Bernd Nitzsche übernahm bis zu seinem eigenen Tod 2009 federführend die Pflege dieses für Hoyerswerda bedeutenden musikalischen Erbes.

Aus diesen Anfängen entstand schnell eine Musikerszene, die zuerst in Deutschland und seit 2004 auch in Europa Gundermanns Lieder bekannt macht. Der niederländische Liedermacher Johan Meijer übersetzte als erster einzelne Texte in seine Muttersprache und organisierte zu Gundis 20. Todestag die Veranstaltung „Gundermanns Lieder in Europa“ mit.

Mittlerweile gibt es viele Liedübersetzungen ins sorbische, polnische, italienische und in andere Sprachen. Zum diesjährigen Gundermanns Seilschaft-Treffen wird am 21. Juni um 20 Uhr in der KulturFabrik ein Buch mit all diesen Texten vorgestellt, sagte Veranstaltungsorganisator Reinhard „Pfeffi“ Ständer. Am 22. Juni um 17 Uhr darf auf der offenen Liedermacherbühne Pena jeder Gundermann-Songs oder eigene spielen. Der Entritt ist frei.