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Interview mit Lautas Bürgermeister Frank Lehmann
„Grundschulsanierung ist auf gutem Weg“

Hoyerswerda. Die RUNDSCHAU setzt heute die Interview-Reihe mit den Verwaltungschefs der Region fort. Sie skizzieren, was sie in diesem Jahr erreicht haben und welche Projekte im Jahr 2018 wichtig werden. Heute: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann. Von Sascha Klein

Herr Bürgermeister, was haben Sie gemeinsam mit Ihrer Verwaltung und dem Stadtrat in diesem Jahr für Ihre Bürger erreicht?

Frank Lehmann: Die geplante Grundschulsanierung in Laubusch ist auf einem guten Weg. Die Fachplanungen laufen, der Baubeginn wird jedoch voraussichtlich erst 2019 sein. Wir haben das Dach der Turnhalle an der Coppi-Grundschule saniert. Und zwei Straßenbaumaßnahmen konnten zum Jahresende durchgeführt werden. In der Mittelstraße wird nach der Winterpause seitens der Baufirma noch nachzuarbeiten sein. Darüber hinaus sind einige Projekte in planerischer Vorbereitung, so unter anderem die Aufwertung des Umfelds des Bahnhaltepunktes in Lauta.

Was hat Sie im Jahr 2017 persönlich besonders beschäftigt?

Lehmann: Zusammen mit weiteren Partnern habe ich den Prozess für die Erstellung eines Leitbildes der Stadt Lauta angestoßen. Es geht darum, zu definieren, was unsere Stadt besonders macht und warum es sich lohnt, in ihr zu wohnen, zu arbeiten und zu leben. Darüber hinaus haben wir neue Bewegung in den Vorgang „Ökologisches Altlastengroßprojekt Lautawerk“ gebracht. Die nach wie vor vakante Arztpraxis in Torno war und ist ein Dauerbrenner. Und natürlich sind da immer viele kleinere Dinge, die zwar nicht groß nach außen sichtbar sind, jedoch auch entsprechende Zeit binden.

Welche Projekte stehen für das Jahr 2018 ganz oben auf Ihrer Agenda?

Lehmann: Um die Grundschulsanierung in Laubusch voranzubringen, sind umfangreiche Planungs- und Abstimmungsprozesse, Genehmigungen, Förderanträge und Vergabeverfahren zu bewältigen. Die Haushaltsplanung für 2019/2020 steht auf dem Programm. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Erstellung der ausstehenden Jahresabschlüsse. Das wird enorme Verwaltungskraft binden. Wir müssen es schaffen, unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft Lauta mbH zu stärken. Hier sind einige strategische Entscheidungen zu treffen. Überhaupt geht es uns um eine bessere Außenwahrnehmung unserer Stadt, unter anderem mittels einer bald überarbeiteten Homepage.

Die Region steht vor einem Strukturwandel: Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit er gelingt?

Lehmann: Sie sprechen die sogenannte Energiewende an. Aus meiner Sicht brauchen wir hier mehr Realitätssinn. Der volkswirtschaftlich notwendige Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Preisstabilität muss wieder die Richtschnur unseres Handelns sein. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Gesetze der Physik nicht allen Entscheidungsträgern geläufig sind. Auch objektive wirtschaftliche Abwägungen müssen Berücksichtigung finden. Ich hoffe, dass uns zusammen mit der Lausitzrunde und der neuen Wirtschaftsregion Lausitz GmbH ein gut koordinierter Strukturwandel gelingt.

Wenn Sie für Ihre Stadt einen Wunsch frei hätten: Was würden Sie sich für Lauta wünschen?

Lehmann: Ein deutliches Mehr an kommunaler Selbstverwaltung. Die Kommunen benötigen zur Erfüllung ihrer zahlreichen Aufgaben eine deutlich verbesserte, verlässlich planbare Grundfinanzierung. Das kann gelingen, wenn die Landespolitik den Mut aufbringt, den Fördermitteldschungel zu lichten und dafür mehr Gelder direkt und zur freien Verfügung an die Städte und Gemeinden zu geben. In den Rathäusern wäre dadurch mehr Zeit und Kraft für die eigentliche Arbeit zum Wohle der Einwohner, Unternehmen und Vereine vorhanden. Und auch das kommunalpolitische Ehrenamt, beispielsweise in Stadt- und Ortschaftsräten, wäre attraktiver.

Mit Frank Lehmann
sprach Sascha Klein