„Beim Bergbau sind zehn, zwanzig Jahre nichts“ , sagt der Blunoer Ortsvorsteher Bernhard Boch. Deshalb ist er froh, dass jetzt ein Vorhaben planungsseitig zum Abschluss gebracht werden konnte, das möglicherweise erst in einem Jahrzehnt akut wird: Für die Gestaltung eines grünen Schutzzaunes an der Grenze zum Tagebau Welzow-Süd hätten alle Partner - Ort schaftsrat und Gemeinde auf der einen, das Unternehmen Vattenfall auf der anderen Seite - eine Einigung erzielt.
Jetzt sind die privaten Flächeneigentümer gefragt, sich mit Vattenfall über einen Verkauf oder die Verpachtung der benötigten Grundstücke zu verständigen. „Gibt es hier keine Probleme, könnte es in diesem Jahr mit den ersten Pflanzungen losgehen“ , frohlockt Boch.
Das Vorhaben klingt gewaltig: Auf einer Länge von 1,2 Kilometern werden unzählige Bäume und Sträucher angepflanzt. 10 000 Schwarzkiefern oder 6000 Douglasien je Hektar sollen den Lärm der Tagebau-Großgeräte absorbieren. Das gesamte Areal, das in die Planungen einbezogen wird, umfasst rund 3,2 Hektar. „Finanziert wird das Vorhaben einzig und allein von Vattenfall“ , sagt Boch. „Einschließlich der Pflege, die später dazugehört.“ Die Ortschaft stünde damit auf der sicheren Seite - selbst wenn die Abraumbagger bis in die Nähe der ehemaligen Bahnlinie heranrücken würden.
Im Jahr 2015 könnte laut Elsterheide-Bauamtsleiter Rainer Zschiesche der Tagebau in Bluno-Nähe ankommen. So sei es jedenfalls im Braunkohle-Plan festgeschrieben. „Ob es dann tatsächlich passiert, hängt natürlich auch vom Kohlebedarf ab - das lässt sich heute schwer prognostizieren“ , sagt Zschiesche.

Hintergrund Tagebau Welzow-Süd
  Vattenfall fördert in Welzow-Süd bis zu 20 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr. Damit ist der brandenburgische Tagebau Hauptversorger für das Kraftwerk Schwarze Pumpe und liefert darüber hinaus Kohle an die Brikettfabrik Schwarze Pumpe.
Nahezu 750 Millionen Tonnen Braunkohle lagern im Kohlefeld Welzow-Süd, wobei der Abbau von mehr als 550 Millionen Tonnen bereits mit dem „Braunkohlenplan Tagebau Welzow-Süd Teilabschnitt I“ landesplanerisch genehmigt ist. Die Kohle stammt aus dem zweiten Lausitzer Flöz, das zwischen zehn und 16 Metern mächtig ist. Infolge eiszeitlicher Einflüsse sind die Kohle überdeckenden Erdschichten geologisch kompliziert abgelagert: Die Braunkohle liegt teilweise in 90 Metern Tiefe, in anderen Abbaugebieten erreicht man das Flöz erst, nachdem man 130 Meter dicke Gebirgsschichten überwunden hat.
Im Durchschnitt bewegt Vattenfall Europe für eine Tonne Braunkohle sieben Kubikmeter Abraum. Die Freilage des Kohleflözes erfolgt mit einer Abraumförderbrücke vom Typ F 60 - einer der größten beweglichen Technikanlagen der Welt.