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| 20:10 Uhr

Hoyerswerda
Wieder mehr Neonazi-Aktivitäten in Hoyerswerda

Dresden/Hoyerswerda. In Hoyerswerda finden wieder vermehrt Konzerte und Treffen von Neonazis statt. Von Sascha Klein

Aus der Antwort von Innenminister Roland Wöller (CDU) geht das auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, hervor.

Danach fand am 29. Dezember 2017 ein Treffen von zehn Neonazis, am 30. Dezember 2017 ein neonazistisches Konzert mit 70 Teilnehmenden sowie am 10. März 2018 ein neonazistisches Konzert mit 100 Teilnehmenden im Objekt der Fußballfangruppierung „Black Devils“ an der Straße E in Hoyerswerda statt, zitieren die Bündnis-Grünen aus der Anfrage an die Staatsregierung. Welchen Zweck die Treffen jeweils hatten und wer als Veranstalter der Konzerte in Erscheinung trat, darüber lägen der Staatsregierung keine Erkenntnisse vor.

Bereits aus der Antwort auf eine frühere Anfrage des Abgeordneten Valentin Lippmann sei laut  Bündnis 90/Die Grünen ersichtlich geworden, dass sich am 17. Juni 2017 die neonazistische Vereinigung „Deutschland muss leben e.V.“ mit Sitz in Greifswald zur Jahreshauptversammlung in Hoyerswerda getroffen hat.

 „Nach den Ermittlungverfahren gegen die Nationalen Sozialisten Hoyerswerda in den Jahren 2013 und 2014 schien es mit Hinblick auf die Aktivitäten von Neonazis in der Region ruhiger geworden zu sein. Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch, dass sich die Szene nur in einer Schockstarre befunden hat, die sich langsam löst“, erklärt Lippmann.

Sicher fühle sich die Szene auch begünstigt durch die jüngsten Entwicklungen in Ostsachsen, betont der Landtagsabgeordnete weiter. „Nach meiner Einschätzung befinden sich in den Landkreisen Bautzen und Görlitz insgesamt zehn Objekte, die Neonazis im Jahr 2017 dauerhaft für Veranstaltungen nutzen konnten. Hoyerswerda kommt nun neu hinzu.“