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| 01:10 Uhr

Grubenbahn-Verein löst sich auf

Hoyerswerda.. Nachdem im Februar das Aus für die Lausitzer Grubenbahn und die Betreibung einer Kurzstrecke zwischen Maukendorf und dem Bergbaumuseum in Knappenrode besiegelt war, fasste der Förderverein der Bahn gestern einen nur folgerichtigen und unumgänglichen Entschluss: Der Verein, dem Catrin Würz

derzeit noch 23 Mitglieder angehören, wird sich auflösen. „Wir müssen uns den Tatsachen beugen, die nicht mehr umkehrbar sind“ , sagte Vereinsvorsitzender Peter Schowtka auf der gestrigen Mitgliederversammlung.
Hintergrund: Das ursprüngliche und satzungsmäßig verankerte Vereinsziel - nämlich die Betreibung einer touristischen Kleinbahn auf den einstigen Kohlegleisen - hat sich in Luft aufgelöst. „Es gibt keine Gleisstrecke mehr. Der Rückbau der Gleisanlagen durch die LMBV schreitet immer schneller voran. Der Inhalt der Vereinsarbeit ist nicht mehr da“ , fasste Schowtka zusammen.
Der letzte rettende Strohhalm, an den sich die Anhänger der kleinen Touristenattraktion noch geklammert hatten, war im Februar weggebrochen. Damals entschied die Stadt Hoyerswerda nach langen Verhandlungen, die Bahn aufgrund der unwägbaren Kosten auch nicht auf der kurzen Strecke zwischen Maukendorf und Knappenrode betreiben zu können. Doch Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig wollte der kreisfreien Stadt gestern nicht den schwarzen Peter zugeschoben sehen. „Hoyerswerda war die einzige Kommune, die bis zuletzt mit am Strang der Grubenbahner zog. Das darf jetzt nicht noch als Vorwurf ausgelegt werden“ , klagte er ein.
Als die Grubenbahn 1994 erstmals auf die Strecke ging, waren in der Tat auch noch der Landkreis Kamenz und zahlreiche Anliegerkommunen mit von der Partie, die nach und nach alle aus dem Zweckbündnis absprangen. Nach dem Abriss der Brücke Oßling hatte die Grubenbahn schon für 2002 keine Betriebserlaubnis mehr erhalten.
Die Auflösung des Fördervereins ist nunmehr eine unabwendbare Sache. Nach dem gestrigen Beschluss der Mitglieder wird der Verein ein Jahr lang in Liquidation sein - bevor die Streichung aus dem Vereinsregister geschehen kann. Das Eigentum des Vereins - die Loks und Passagierwagen - sollen laut Satzung an eine andere Einrichtung oder Stiftung gehen, die die Bergbau-Traditionspflege zum Inhalt hat. In Frage käme da das Lausitzer Bergbaumuseum.
Damit die acht Jahre des Grubenbahn-Betriebes nicht spurlos in Vergessenheit geraten, wurde angeregt, eine Chronik über diese Zeit zu schreiben. Die Seniorenakademie Hoyerswerda, ebenfalls Mitglied im Verein, bot spontan an, diese Aufgabe zu übernehmen.