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| 01:28 Uhr

Großversuch für Rohstoff-Ernte im Welzower Energiewald

Im „Energiewald Welzow“ werden Robinien geerntet. Foto: Vattenfall
Im „Energiewald Welzow“ werden Robinien geerntet. Foto: Vattenfall FOTO: Vattenfall
Spremberg. 166 Tonnen Holz werden derzeit von einer ehemaligen Tagebaufläche bei Welzow geerntet. Die zu Holzhackschnitzel verarbeiteten Robinien gehen komplett an das Vattenfall-Biomasseheizkraftwerk Sellessen.



Der “Energiewald Welzow„ erstreckt sich über rund 170 Hektar ehemalige Tagebaufläche. Die jetzt von einer 6,5 Hektar großen Fläche geernteten Robinienhölzer sind 2006, ein Jahr nach dem offiziellen Projektstart, gepflanzt worden. Gerald Kendzia, Leiter Rekultivierung/Naturschutzmanagement bei Vattenfall: “Mit dem Großversuch sollen bisherige Versuchsergebnisse praxisnah überprüft und erweitert werden. Das Augenmerk gilt Aspekten wie Baumartenwahl, Pflanzverband, Wachstum und Entwicklung, Erntetechnik, Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit und Wirtschaftlichkeit.„ Vor zwei Jahren seien zum ersten Mal Robinien von der klassischen Schnellwuchsplantage geerntet worden. Das energiereiche Holz wird zur klimaneutralen Energiegewinnung in Vattenfalls Biomasseheizkraftwerk Sellessen eingesetzt. Die Anlage liefere 2,57 Megawatt grünen Strom ins Netz und bis zu 3,5 Megawatt Nahwärme für den Standort Haidemühl. In der Sellessener Anlage werde auch das Brennverhalten des frisch geernteten Holzschredders untersucht. Erste Akzente bei den nachwachsenden Rohstoffen hatte der Energiekonzern Vattenfall 1995 auf zwei zehn Hektar großen Versuchsflächen gesetzt. Auf einer Fläche im Tagebau Jänschwalde haben Wissenschaftler und Landwirte die Holzzuwächse von schnell wachsenden Baumarten in Verbindung mit Ackerfrüchten ermittelt und bewertet. “Die Nachfrage nach Holz als Energierohstoff steigt. Deshalb müssen die zur Verfügung stehenden Anbauflächen optimal genutzt werden. Je mehr Holz wir erzeugen, desto größer ist der Beitrag, den die Biomasse bei der klimaschonenden Erzeugung von Strom und Wärme leisten kann„, Gerald Kendzia.

In Berlin und Hamburg befinden sich vier Biomasse-Heizkraftwerke in fortgeschrittenen Planungsphasen oder kurz vor dem Baubeginn. Mit Fertigstellung der letzen geplanten Anlage 2019, so Kendzia, sollen jährlich 900 000 Tonnen Holzhackschnitzel zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt werden. kg