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| 15:29 Uhr

Hoyerswerda
Der Großvermieter greift an

 Geschäftsführer Steffen Markgraf zeigt auf den Punkt, wo die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda investieren möchte. Der Neubau entsteht an der Ecke Hufeland-/Heim-Straße im WK Ve.
Geschäftsführer Steffen Markgraf zeigt auf den Punkt, wo die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda investieren möchte. Der Neubau entsteht an der Ecke Hufeland-/Heim-Straße im WK Ve. FOTO: LR / Sascha Klein
Klotzen statt kleckern: Hoyerswerdas Wohnungsgesellschaft nimmt 2019 fast zehn Millionen Euro in die Hand. Von Sascha Klein

Es ist ein ganz besonderes Projekt im Hoyerswerdaer WK I: In diesem und im kommenden Jahr rollen die Bagger am Wohnblock Günter-Peters-Straße 2 bis 8 an. Das Gebäude aus den Anfängen der Neustadt wird komplett umgestaltet. Steffen Markgraf, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, erklärt: „Wir wollen dieses Haus seniorengerecht umbauen“, sagt er. Insgesamt fließen in den Jahren 2019 und 2020 knapp zwei Millionen Euro in das Projekt. Denn: Immer öfter ziehen ältere Menschen aus Wohnungen des Großvermieters aus, weil sie dort ohne Hilfe nicht mehr zurechtkommen.

Jetzt will das städtische Unternehmen gegensteuern und einen besonderen Umbau eines Hauses testen. Geplant sind zwei Fahrstühle für die vier Eingänge. Sie werden außen angebracht und bringen Bewohner vom Keller bis zum Dach. Die Gänge seien jedoch innenliegend. Das bedeutet: Selbst mit einem Rollstuhl würden Mieter an nahezu jeden Fleck des Hauses kommen. Markgraf betont jedoch, dass das Haus nicht komplett barrierefrei, sondern nur barrierearm wird. Im Haus sollen die Schnitte der Wohnungen verändert werden. Ein Fokus liegt etwa auf den Bädern. Auch Balkone sollen an das Haus angebracht werden, damit jeder Mieter auch ein wenig frische Luft genießen kann. Damit umgebaut werden kann, müssen alle bisherigen Bewohner ausziehen. Im Haus herrschte Zuzugsstopp. 50 Prozent der Wohnungen standen eh leer.

 In der Günter-Peters-Straße 2 bis 8 wird dieser Block seniorengerecht umgebaut – eines der größten Projekte des Unternehmens 2019.
In der Günter-Peters-Straße 2 bis 8 wird dieser Block seniorengerecht umgebaut – eines der größten Projekte des Unternehmens 2019. FOTO: LR / Sascha Klein

Die Wohnungsgesellschaft hat zurzeit 7829 Wohnungen im Bestand, 248 Gewerbeeinheiten und 199 Garagen. In diesem Jahr möchte das Unternehmen laut Geschäftsführer Markgraf rund 9,6 Millionen Euro investieren. Das sind 2,5 Millionen Euro und 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Markgraf will zudem auch vermehrt außerhalb der Stadt um neue Mieter werben. Anhand explodierender Mietpreise in Metropolen wie Dresden biete Hoyerswerda eine gute Alternative, sagt er. Dafür bräuchte es jedoch eine bessere Infrastruktur auf Schiene und Straße.

 Der Wohnblock Löffler-Straße 6 bis 10. Dieses Gebäude wird - wie auch die Schweitzer-Straße 23 und 24 - im Jahr 2019 abgerissen.
Der Wohnblock Löffler-Straße 6 bis 10. Dieses Gebäude wird - wie auch die Schweitzer-Straße 23 und 24 - im Jahr 2019 abgerissen. FOTO: LR / Sascha Klein

Den Großvermieter plagt derzeit eine Leerstandsquote in Höhe von 13,3 Prozent. Das sind 1,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Das sei jedoch vor allem der Tatsache geschuldet, dass vermehrt Mieter verstorben oder in Altenheime umgezogen sind, sagt Markgraf. Auch wegen der hohen Leerstandsquote wird es bei der Wohnungsgesellschaft im Jahr 2019 Abriss geben. Fallen werden zwei Aufgänge (Nummer 23 und 24) des Elfgeschossers in der Albert-Schweitzer-Straße. Ebenfalls abgerissen wird der Wohnblock Friedrich-Löffler-Straße 6 bis 10. Damit nimmt die Wohnungsgesellschaft insgesamt 140 Wohnungen vom Markt.

Viel lieber will Steffen Markgraf jedoch positive Signale senden. Nach der Sanierung zweier Blöcke in der Liselotte-Herrmann-Straße im WK I, dem Großprojekt der Wohnungsgesellschaft im Jahr 2018, soll auch der dritte Block (2 bis 10) energetisch saniert und mit Balkonen versehen werden. Offen ist, ob es auch dort, wie bei den Blöcken daneben, Mietergärten geben wird.

In diesem Jahr soll zudem der Neubau des ersten Stadthauses an der Ecke Hufeland-/Ernst-Heim-Straße im WK Ve beginnen. Obwohl weder das Aussehen des Gebäudes noch die Wohnungszuschnitte bekannt sind, gebe es für die acht Wohnungen bereits 15 Interessenten. Die Wohnungsgesellschaft geht davon aus, dass 2020 das zweite und 2021 das dritte Stadthaus gebaut werden. Für 2019 plant der Großvermieter mit Kosten von 1,3 Millionen Euro. „Wir wollen modern und zeitgemäß bauen“, sagt Markgraf. Die Kaltmiete soll 7,50 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. Zum Vergleich: Die Durchschnittskaltmiete bei der Wohnungsgesellschaft liegt bei 4,60 Euro pro Quadratmeter.