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| 16:28 Uhr

Hoyerswerda
Großes Interesse an „Spätschicht“

Schülerin Aileen Charlott Krüger ließ Marius die Elektronentladung am Bandgenerator ausprobieren. Sein Vater Marcel Lehmann schaut zu.
Schülerin Aileen Charlott Krüger ließ Marius die Elektronentladung am Bandgenerator ausprobieren. Sein Vater Marcel Lehmann schaut zu. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Es ist Spätschicht: Das Lessing-Gymnasium Hoyerswerda präsentiert an diesem Abend traditionell seine Stärken. Von Katrin Demczenko

Anregend war die „Spätschicht“ des Lessing-Gymnasiums für alle Besucher, denn sie bot den Grundschülern eine Rallye zum Entdecken des Hauses an und ihren Eltern viele Informationen über die Ausbildung bis zum Abitur. Lehrer, Schüler und der Schulförderverein führen jährlich den Tag der offenen Tür durch.

Schulleiterin Katharina Michelfeit sagte über die Schule, dass dort jedes Kind an unterschiedlichen Lernorten unter professioneller Begleitung Wissen erwirbt und individuelle Erfahrungen machen kann. Die Elternratsvorsitzende Katja Schneider empfing die Besucher am Bratwurststand und erklärte, dass das dort eingenommene Geld in den Erwerb von Zweitschulbuchklassensätzen fließt. Das entlastet besonders die Rücken der jüngeren Schüler, die ihre eigenen Bücher so öfter zu Hause lassen können.

Der neunjährige Marius war begeistert von den Versuchen im Physikraum und erzählte, dass er schon seit der ersten Klasse mit seinem Vater die „Spätschicht“ besucht. „Meine Schwester lernt am Lessing-Gymnasium“, lieferte der Junge die Erklärung und Physik interessiert ihn, weil sein Vater Elektriker ist.

Die vier Freunde Theo, Ben, Dominik und Niklas entdeckten gemeinsam die Schule, an der sie im Herbst vielleicht lernen werden. Chemie und Geschichte sind für die Viertklässler neue Fächer. Anleitung gaben ihnen deshalb in den Fachräumen vorrangig Gymnasiasten.

Bei dem Zehntklässler Max Kirsten durften die Jungen ein Geschichtsmemory spielen und sich als Archäologen versuchen. Aus mit Sand gefüllten Behältern gruben sie mit einer kleinen Schaufel und einem Pinsel Tonscherben aus und setzten sie zusammen. Max Kirsten und ein Klassenkamerad erarbeiten gerade ihre komplexe Leistung, bei der sie Anschauungsmaterial für Geschichte anfertigen, eine schriftliche Arbeit zum Thema Antike, römisches Reich sowie Mittelalter verfassen und zur „Spätschicht“ Besucher betreuen.

Dominik und sein Vater Enrico Gläser ließen sich auch das Naturwissenschaftliche (NAWI) und das Gesellschaftswissenschaftliche (GEWI) Profil des Lessing-Gymnasiums erklären. Geschichtslehrerin Sandra Paulo sagte, dass sich jeder Schüler am Ende der Klasse 7 für ein Profil entscheidet und dieses von Klasse 8 bis 10 besucht. In GEWI werden die Fächer Geschichte, Geografie, Ethik und Politik verknüpft. Zehntklässlerin Sonja Kockert erzählte, dass sie meist in Gruppen arbeiten und in Klasse 8 einen Film gedreht haben. Der Lernabschnitt „Macht der Medien“ wird mit diesem Projekt beendet, ergänzte Sandra Paulo. Die Gymnasiasten entwickeln die Idee und das Drehbuch, machen die Aufnahmen und meistern den Schnitt. Hilfe gibt der Filmemacher Dirk ­Lienig von der Kulturfabrik, die langjähriger Außenpartner des Gymnasiums ist. Enrico Gläser fand an dem Konzept gut, dass die Schüler in der Gruppe lernen, miteinander eine Lösung zu finden und die Meinung des anderen auch mal zu akzeptieren.