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Großer Auftritt für "Mary's Men" beim Stadtfest

So wie zur Fete de la Musique nutzen Marion und Bernd Hannemann als "Mary's Men" gern auch mal ihre Stadt Hoyerswerda als Bühne.
So wie zur Fete de la Musique nutzen Marion und Bernd Hannemann als "Mary's Men" gern auch mal ihre Stadt Hoyerswerda als Bühne. FOTO: Mandy Decker/mdr1
Hoyerswerda. Am Samstag um 14 Uhr gestaltet die Hoyerswerdaer Band "Mary`s Men" einen Teil des Hoyerswerdaer Stadtfestes. Für die Folk-Musiker mit musikalischem Freigeist ist es der erste Auftritt auf einer so großen Bühne. Mandy Decker / mdr1

Sie legen Wert auf einen Musikmix, der ihnen und dem Publikum Spaß macht. Daher bringen "Mary's Men" nicht nur Folk von hier und da auf die Bühne, sondern auch etwas Country und überhaupt Musik zum Mitsingen und Mittanzen. Die leidenschaftlichen Linedancer Marion und Bernd Hannemann lassen sich ungern auf eine Stilrichtung festlegen. Genre seien sowieso streitbar, findet das Paar. Über den Begriff "Folk Musik" würden selbst die Gelehrten streiten.

Seit mehr als zwei Jahren tourt das Band-Trio "Mary's Men", zu dem neben Hannemanns auch Keyboarder Andreas Forster gehört, mit einem Potpourri englischer und schottischer Titel, Folksongs von der "Grünen Insel" und einer Auswahl deutscher Volks- und Gesellenlieder durch die Hoyerswerdaer Kneipen- und Kulturszene. Die unkonventionelle Mischung begründet sich in der Geschichte der Formation. Gemütliche Runden im "Irish Pub - Black Raven", bei denen die künftigen Bandkollegen spontan mit Stimme, Gitarre und Klavier musizieren, weckten den Wunsch, gemeinsam aufzutreten. Denn es zeigte sich, die Herzen der drei Musiker schlagen im Gleichklang für das multinationale Liederbe und gegen den Mainstream.

Grundlage der Vielfalt ist das stimmliche Potenzial von Marion Hannemann. Sie bedient problemlos alle Genre. Und: Ihr Gesang ist ansteckend. Das nutzt die Gruppe gern für die Idee des "Sing Along Evenings". Das Prinzip: So wie einst John Walsh singt einer vor und das Publikum singt zumindest den Refrain mit. Das kommt besonders in gemütlichen Clubkonzerten gut an. Sängerin Marion gibt auf und vor der Bühne den Ton an. So erklärt es sich fast von selbst, dass sie auch für den Bandnamen verantwortlich zeichnet. Denn Marion heißt auf englisch "Mary". Und der Rest der Band sind eben "ihre Männer".

Alle gemeinsam erzählen von Themen, die auch den Hoyerswerdaern am Herzen liegen. "In unserem Stadtfestprogramm sind Lieder dabei, in denen es um das wirtschaftlich notwendige Verlassen der Heimat geht, um das Zurücklassen der Liebsten, aber auch um die Neugier, wenn man nach Jahren voller Erwartungen an die Schauplätze seiner Jugend zurück kommt", sagt Marion. "Wir erzählen aber auch, was man beim nächtlichen Fischen alles erleben kann, außer einen Fisch zu angeln." Das könnte sich auch im Seenland zugetragen haben, schmunzelt die Frontfrau.

Das Hoyerswerda in diesem Jahr in der Neustadt feiert, stört die Musiker nicht. In der Altstadt habe zwar alles zusammengepasst, findet Bernd Hannemann, aber das Stadtfest fände ja nicht zum ersten Mal in der Neustadt statt. Und auch wenn die Platzverhältnisse damals andere waren, vertrauen die Musiker darauf, dass der Veranstalter sich Gedanken gemacht hat und den Bedürfnissen vieler gerecht wird.

Vor ihrem ersten großen Auftritt vor heimischem Publikum gesteht die Band sich durchaus etwas Nervosität zu. "Wir haben immer etwas Nervenkitzel, aber dieser hier ist doch intensiver", sagt Marion Hannemann. Aber sie haben Freunde eingeladen. Die Linedancer aus Hoyerswerda und Umgebung werden als moralische Unterstützung vor der Bühne auf dem Lausitzer Platz tanzen.