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Musikfesttage in Hoyerswerda
Große Uraufführung für kleine Melodie

Zwei Brüder und zwei Flügel: Markus und Pascal Kaufmann gestalten in diesem Jahr das Klavierkonzert im Schloss zu den 53. Musikfesttagen. Für ihr „Konzert für zwei Klaviere“ am 28. April werden die Karten schon knapp.
Zwei Brüder und zwei Flügel: Markus und Pascal Kaufmann gestalten in diesem Jahr das Klavierkonzert im Schloss zu den 53. Musikfesttagen. Für ihr „Konzert für zwei Klaviere“ am 28. April werden die Karten schon knapp. FOTO: WOLFGANG SCHMIDT / Lausitzhalle
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Musikfesttage bekommen wieder eine eigene Erkennungs-Fanfare. Schon 1200 Karten sind verkauft.

Hört, hört . . . Eine kleine Melodie soll künftig das akustische Erkennungszeichen für die Hoyerswerdaer Musikfesttage werden. Die kleine Komposition, in der Fachsprache auch als „Fanfare“ bezeichnet, wird zum Eröffnungskonzert am 15. April in der Lausitzhalle ihre große Uraufführung erleben. „Wir wollen ja noch nicht zu viel verraten: Aber es ist sehr eingängig geworden und ist bestens dazu geeignet, dass sich die Konzertfreunde in Zukunft noch mehr mit den Musikfesttagen identifizieren“, freut sich Carmen Hoffmann, Projektleiterin für die Musikfesttage in der Lausitzhalle.

Die Erkennungsmelodie - eingespielt vom Lusatia Saxophon Quartett - soll künftig jeweils zu den großen Konzerten in der Lausitzhalle den offiziellen Beginn markieren und zugleich für das Marketing genutzt werden. Komponiert und arrangiert hat das 35 Sekunden lange Musikstück der sorbische Komponist Jan Cyz aus Bautzen im Auftrag der Lausitzhalle.

Eine eigene Erkennungsfanfare für die Musikfesttage? Das hat es doch schon mal gegeben?, erinnern sich jetzt bestimmt einige ältere Stammgäste. „Das ist richtig“, erzählt Carmen Hoffmann. Vor etwa 30 Jahren hatte der Lohsaer Komponist Jan Paul Nagel (1934-1997) bereits eine solche Erkennungsmelodie für die Hoyerswerdaer Musikfesttage geschrieben. „Als wir uns jetzt auf die Suche danach machten, sind jedoch alle Bemühungen gescheitert“, so Carmen Hoffmann. Ein Notenblatt war nirgends mehr zu finden. Die Lausitzhalle fragte sogar bei Jan Paul Nagels Witwe nach, die aber auch nicht weiterhelfen konnte.

Zwar könnte es noch alte Tonbandaufnahmen mit dem Jingle geben. Aber selbst das wäre kein Gewinn. Die Abspieltechnik und natürlich die Ansprüche an die Klangqualität sind heute ganz andere.

Also hat die Lausitzhalle eine neue Erkennungsmelodie beauftragt. Die Stiftung für das sorbische Volk unterstützte dies und besorgte Fördermittel. „Wir sind schon sehr gespannt, wie das kleine Musikwerk bei den Hoyerswerdaer Musikfreunden ankommt“, sagt die Projektleiterin.

Karten für das Eröffnungskonzert und damit auch für die kleine Uraufführung in der Lausitzhalle sind derzeit noch zu haben. Wie immer spielt die Neue Lausitzer Philharmonie das allererste Konzert der Musikfesttage, die in diesem Jahr bereits zum 53. Mal stattfinden. Unter dem Titel „Drama Queens“ hat das Orchester Werke von Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi und Gaetano Donizetti ausgewählt. Einer der Höhepunkte wird darüber hinaus die Verleihung des Ehrenpreises der Stadt Hoyerswerda an den 1. Preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ sein. Preisträger ist der junge Trompeten-Solist Gustav Hentges von der Kreismusikschule Bautzen. Er darf sein Können zusammen mit dem großen Orchester zeigen und spielt einen Satz aus dem Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur von Johann Nepumuk Hummel. Man darf gespannt sein.

Insgesamt umfassen die 53. Musikfesttage vom 15. April bis 6. Mai zwölf Konzerte und Aufführungen - neun davon im Schloss. Nachdem im vergangenen Jahr wegen der Bauarbeiten im Schloss der dortige Saal nicht nutzbar war, kehren die Musikfesttage aber nun wieder an den alten Standort zurück. „Die Leute lieben einfach das Ambiente und die Akustik im Saal des Schlosses“, bestätigt Carmen Hoffmann.

Schon mehr als 1200 Eintrittskarten sind für die Konzerte im Vorverkauf geordert worden. Inzwischen ist das Konzert der „Zucchini Sistaz“ - ein Damen-Trio, das Swing und Entertainment zu einem Gesamtkunstwerk fügt - komplett ausverkauft. Und für den Klavierabend „Konzert für zwei Flügel“ (28. April) mit den Brüdern Markus und Pascal Kaufmann gibt es nur noch wenige Karten.

Ein Orgelkonzert in der Johanneskirche gehört seit Langem zum Programm der Musikfesttage dazu: In diesem Jahr konnte dafür Samuel Kummer, Organist der Dresdner Frauenkirche, gewonnen werden (3. Mai). In der Reihe „Das besondere Instrument“ wird der Klang der Laute vorgestellt (26. April). Und nach längerer Pause steht auch wieder einmal „Stummfilm & Musik“ auf dem Plan: Zu Ernst Lubitsch’s Filmgroteske „Die Bergkatze“ spielen Matthias Hirth (Klavier) und Tomasz Skulski (Saxophon) die Live-Musik ein (21. April).