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| 21:46 Uhr

Ärger auf der Umleitungsstrecke
Groß Neidaer von Verkehr genervt

 Der Hinweis „Achtung Kinder“ an die Autofahrer, ihre häufig nicht angemessene Geschwindigkeit zu reduzieren, kommt kaum an. Vor der Ampelanlage heißt es oft: Warten. Von den laufenden Motoren haben die Anwohner genug.
Der Hinweis „Achtung Kinder“ an die Autofahrer, ihre häufig nicht angemessene Geschwindigkeit zu reduzieren, kommt kaum an. Vor der Ampelanlage heißt es oft: Warten. Von den laufenden Motoren haben die Anwohner genug. FOTO: Rainer Könen
Groß Neida. Seitdem die Ortsdurchfahrt von Dörgenhausen gesperrt ist, ist der Ausweichverkehr durch Groß Neida angewachsen. Die Anwohner sind um den Schlaf gebracht. Von Rainer Könen

An Wochentagen, morgens und nachmittags, ist in Groß Neida, auf der durch den Ort führenden Straße viel los. Da staut es sich oft vor den Behelfsampeln, die den Umleitungsverkehr steuern sollen. In den Stoßzeiten leiden die Leute in dem kleinen Hoyerswerdaer Ortsteil seit über einem Jahr unter dem zunehmenden Durchgangsverkehr.

Seitdem die Wittichenauer Straße in Dörgenhausen aus sanierungstechnischen Gründen dicht ist, nutzen immer mehr Autofahrer, von Wittichenau oder Hoyerswerda kommend, diese Umleitungsstrecke, die „eigentlich nur für die hiesigen Anlieger gedacht ist“, so der Groß Neidaer Reinhard Kiebusch. Rollen mitunter Blechlawinen durch den kleinen Ortsteil. Was für zunehmenden Unmut in dem 140 Einwohner zählenden Ortsteil sorgt.

Der Verkehrslärm sei angestiegen, so Kiebusch weiter, auch fürchteten etliche Bewohner um ihre Sicherheit, wenn sie auf die Straße gingen. Eine von der Stadtverwaltung jüngst durchgeführte Verkehrszählung hatte ergeben, dass an Wochentagen bis zu 3000 Fahrzeuge den Ort passieren. Besonders gefährdet seien da auch Kinder, so Reinhard Kiebusch.

Eine Entwicklung, die nicht nur Auswirkungen auf die Befindlichkeit der Bewohner hat, sondern sich auch am  Straßenbelag bemerkbar macht. Seit einem Jahr besteht diese Umleitungsstrecke, ist der Verkehr kontinuierlich  angewachsen. Das Resultat: Schlaglöcher, Risse an den Fahrbahnrändern. Im örtlichen „Winzerhof“ trafen sich jüngst Vertreter des Groß Neidaer Ortsvereines und verantwortliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung, um Lösungen für die „ unbefriedigende Situation zu suchen“, wie das Reinhard Kiebusch beschreibt. Götz Gleiche, Fachgruppenleiter bei der unteren Verkehrsbehörde der Hoyerswerdaer Stadtverwaltung, kann den Ärger der Bewohner nachvollziehen. Man habe auf dieser Versammlung konstruktiv diskutiert, es seien „interessante Lösungsansätze vorgeschlagen worden“, so Gleiche weiter. Über die man nachdenken müsse.

Ein Vorschlag war bereits vor diesem Treffen realisiert worden. Die Verbindungsstraße zwischen dem Ort und der sogenannten Kartoffel-Kreuzung unweit des Globus-Einkaufsmarktes hatte man zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Groß Neida umfunktioniert.

Auch an eine Vollsperrung denke man, so Götz Gleiche weiter. Was jedoch keine gute Idee sei, so Kiebusch. Denn von der seien ja dann nicht nur die Auswärtigen, sondern auch „alle Anlieger“ betroffen. Ein weiteres Anwachsen des Durchgangsverkehres könne man nur verhindern, wenn man die über den Scheunenweg führende Umleitungsstrecke „unattraktiv“ mache, so Reinhard Kiebusch.

Der Ortsverein, so Fachbereichsleiter Götze, habe den Vorschlag gemacht, die Zeitschaltung an den an der Kreuzung Groß Neidaer Straße/Scheunenweg aufgestellten Ampeln so zu verändern, dass man dort deutlich länger warten müsse. Geplant sind auf jeden Fall geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen und weitere Geschwindigkeits- und Verkehrskontrollen im Bereich der Ortslage Groß Neida.

Deren Einwohner das Ende der Sanierungsarbeiten an der Wittichenauer Straße in Dörgenhausen herbeisehnen. Doch die dauern noch an.

Die Arbeiten seien dort voraussichtlich Ende November 2019 abgeschlossen, so Götz Gleiche. Erst dann wird es in Groß Neida wieder ruhig werden.