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Grippewelle und noch kein Ende in Sicht

Es ist Husten- und Schnupfenzeit.
Es ist Husten- und Schnupfenzeit. FOTO: dpa
Hoyerswerda/Bautzen. Fast 1300 Influenza-Fälle sind bis jetzt im Landkreis registriert. Aber auch andere Infekte sorgen für hohen Krankenstand. Catrin Würz

Die Grippewelle ist im Landkreis Bautzen weiter rasant auf dem Vormarsch. So waren zu Wochenbeginn im Gesundheitsamt bereits 1294 Influenza-Fälle registriert, über 500 Fälle mehr als noch vor zwei Wochen. Damit ist für die Region ein lange nicht mehr da gewesenes Ausmaß bei der echten Virusgrippe erreicht. Das bestätigt die stellvertretende Amtsärztin Ulrike Menzel auf Nachfrage der RUNDSCHAU. So waren 2016 von Januar bis Mitte März - wenn die Grippewelle erfahrungsgemäß wieder abflaut - insgesamt nur 385 Fälle der Virusgruppe aufgetreten. In diesem Jahr muss nun also von einem Vielfachen dieser Zahl ausgegangen werden. Überwiegend ist bisher das Influenza A-Virus aufgetreten.

Neben der Influenza grassiert der Jahreszeit entsprechend zudem eine recht aggressive Form anderer Atemwegserkrankungen. Im Raum Hoyerswerda scheint man diese Krankheitswelle in den öffentlichen Einrichtungen der Kinderbetreuung und Altenpflege allerdings bisher ganz gut wegzustecken. "Ja, unser Krankenstand ist seit Wochen ziemlich hoch. Fast ein Drittel der Kollegen ist zu Wochenbeginn neu ausgefallen", bestätigt Jana Welsch, Leiterin in der Bernsdorfer AWO-Kita "Pfiffikus". Trotzdem laufe die Kita- und Hortbetreuung ohne Einschränkungen. Man habe halt umorganisieren müssen. "Während der Ferien ist das ja noch besser auszugleichen, weil es dann auch weniger Kinder sind", bestätigt auch Katrin Kutrucz vom Kinderhaus "Am Elsterbogen" in Hoyerswerda. Hier war es vor zwei Wochen kritisch, als ein Viertel der Mitarbeiterinnen erkrankt war.

Dass während so einer Krankheitswelle alle besonders diszipliniert auf Händedesinfektion und Rücksichtnahme achten, das hält Silke Eichler für geboten. Die Leiterin des Altenpflegeheimes Laurentiushaus rät deshalb allen Besuchern ihres Hauses, die Händedesinfektion am Eingang zu nutzen - im eigenen Interesse und aus Rücksicht gegenüber den Bewohnern. "Dazu zählt auch: Wenn ich selbst krank bin - dann muss ich nicht unbedingt jemanden im Seniorenheim besuchen", sagt sie.

Im Pflegepark und ambulanten Pflegedienst Fischer & Salowsky wird der Schutz von Mitarbeitern und den betreuten Personen ebenfalls ganz groß geschrieben. "Grippewelle ist ja jedes Jahr - und wir sind darauf vorbereitet", sagt Brigitte Salowsky-Nerlich. Zu Händedesinfektion, Impfung, Mundschutz und anderen Schutzmöglichkeiten gibt es jedes Jahr Belehrungen für die mehr als 70 Mitarbeiter in allen vier Bereichen des Pflege-Unternehmens.

Das Lausitzer Seenland-Klinikum in Hoyerswerda hat momentan keinen erhöhten Krankenstand beim Personal - und ist damit sehr zufrieden.

Im Gesundheitsamt in Bautzen stellt man sich derweil noch auf ein weiteres Anwachsen der Influenza-Zahlen ein. Amtsärztin Ulrike Menzel: "Es ist auch noch nicht zu spät für das Impfen."