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Grippe-Welle erreicht Hoyerswerda

Hoyerswerda.. Jetzt hat sie Hoyerswerda doch noch erwischt: die Grippewelle. Das städtische Gesundheitsamt läutete gestern die Alarmglocken. „Die Zahl der Influenza-Fälle liege deutlich über der des Vorjahres“ , erklärt Amtsärztin Dr. Ilona Walter gegenüber der RUNDSCHAU. Wer die kommenden Tage nicht mit triefender Nase und Schüttelfrost im Bett verbringen will, der sollte jetzt ganz besonders vorsichtig sein. Quelle: www.grippe-online.deVon Christiane Klein

„Die Influenza-Fälle sind in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen“ , ist Ilona Walter besorgt. „Wir liegen jetzt weit über dem Vorjahresniveau“ , so die Hoyerswerdaer Amtsärztin. Konkrete Zahlen wollte sie gestern nicht nennen, weil nicht alle infizierten Menschen über das Gesundheitsamt erfasst worden seien. Tests hätten ergeben, dass sowohl die Influenza des Typs A als auch B in der Stadt kursieren. Allerdings betonte die Chefin des Gesundheitsamtes: „Wir wollen keine Panik machen.“ Denn nicht jeder, der dieser Tage gegen Schnupfen, Husten und Fieber kämpft, trägt gleich die gefährlichen Influenza-Viren in sich. Zwischen Erkältung und Grippe gibt es einen großen Unterschied (siehe Hintergrundkasten).
Besonders heftig hat es in diesem Jahr das Lessing-Gymnasium erwischt. Dort waren teilweise bis zu 70 Schüler erkrankt. Das sind rund zehn Prozent der Gesamtschülerzahl. „Allerdings hatten nicht alle die Grippe oder eine Erkältung. Da waren auch einige mit verknackstem Fuß und anderen Krankheiten dabei“ , sagt Schulleiterin Ortrun Böhme und beruhigt: „So schlimm wie im Elite-Gymnasium St. Afra in Meißen war es bei uns lange nicht. Dort musste sogar das Internat geschlossen werden“ . Dennoch sei auch sie von Krankheitsfällen an ihrer Schule „entsetzt“ gewesen. Zu Spitzenzeiten fehlte ein Viertel der Schüler im Haus I des Gymnasiums. Dabei hatten die Lehrer die Kinder aufgeklärt, wie sie sich vor der Ansteckung schützen können.
Zu absoluter Vorsicht rät auch Dr. Ilona Walter. Wer sich vor den Influenza-Viren oder einer lästigen Erkältung schützen möchte, der sollte sich gründlich die Hände waschen und aufs Schütteln der selben verzichten, empfiehlt Walter. Benutzte Taschentücher sollten umgehend entsorgt werden. „Und wer infiziert ist, sollte den Kontakt zu Babys, chronisch Kranken oder älteren Menschen meiden“ , rät die Ärztin zu Rücksicht auf gefährdete Mitmenschen.

Zum Thema Virus-Grippe (Influenza)
  Influenza - allgemein als Grippe bekannt - ist eine schwere Atemwegsinfektion. Erreger sind die hoch ansteckenden Influenza-Viren, die schwere Erkrankungen mit gefährlichen Komplikationen auslösen können.
Fiebrige Atemwegsinfektionen, die durch andere Viren hervorgerufen werden, bezeichnet der Volksmund häufig fälschlicherweise ebenfalls als Grippe. Außer den lästigen Symptomen einer Erkältung haben diese „grippalen Infekte“ aber nichts mit der „echten Grippe“ gemeinsam.
Während der grippale Infekt langsam beginnt und nicht so schwer verläuft, treten die Symptome der Influenza plötzlich auf. Oft beginnt die Grippe mit Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Schweißausbrüchen, Fiebrigkeit und Abgeschlagenheit. Kurz darauf setzen meist hohes Fieber und Atemwegsbeschwerden ein.