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| 02:45 Uhr

Grenzen überwinden, um reden zu können

Stoffbahnen und Bild symbolisieren Nil, Delta und Wüste.
Stoffbahnen und Bild symbolisieren Nil, Delta und Wüste. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Die Vielfalt Ägyptens hat am Weltgebetstag die katholische Pfarrkirche verwandelt: Ein blaues Tuch stand für den Nil, gelbe Tücher für die Wüste und das Nildelta wurde von einer prächtigen, selbst gemalten Blüte symbolisiert. Die evangelische Pfarrerin der Neustadt-Gemeinde, Antje Kruse-Michel, hat mit mehr als 20 Frauen den ökumenischen Gottesdienst nach der von Ägypterinnen vorgegebenen Weltgebetstagsordnung vorbereitet. dcz1

Vorgestellt wurde den etwa 150 Gottesdienstbesuchern ein Ägypten im Umbruch, in dem die koptischen Christen eine Minderheit sind und eine strenge Auslegung des Islam Frauen benachteiligen würde. Hoffnung schöpfen die Ägypterinnen dennoch, weil es seit einigen Jahren erste Juristinnen und Journalistinnen gibt, die sich für Frauenrechte einsetzen.

Die Lesung des Gottesdienstes umfasste das szenisch dargestellte Gespräch am Jakobsbrunnen zwischen der Samariterin und Jesus. Getrennt durch Geschlecht und Religionen, fanden sie dennoch Gemeinsamkeiten. Scheinbar trennende Grenzen seien überwindbar und erst dann tief greifende Gespräche auf Augenhöhe möglich, erklärte Pfarrerin Antje Kruse-Michel.

Beim Empfang im Pfarrhaus wurden ägyptische Speisen verkostet. Fast 700 Euro kamen bei Seniorennachmittag und Abendveranstaltung zusammen. Das Geld bekommt eine ägyptische Initiative zur außerschulischen Bildung von Frauen und Mädchen und eine Aktion im westafrikanischen Burkina Faso, die Gemeinderätinnen und Laienjuristinnen ausbildet.