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| 10:01 Uhr

Tödlicher Raub in Görlitz offenbar vor Aufklärung
Haftbefehl gegen 33-jährigen Tatverdächtigen erlassen

Die Polizei untersucht derzeit  Raubüberfälle auf Senioren in der Region und gleicht Spuren ab.
Die Polizei untersucht derzeit Raubüberfälle auf Senioren in der Region und gleicht Spuren ab. FOTO: Frank Hilbert
Görlitz. Ein tödlicher Raubüberfall auf eine 90-jährige Seniorin in Görlitz steht wahrscheinlich vor der Aufklärung. Gegen einen am Freitag festgenommenen Tatverdächtigen ist jetzt Haftbefehl erlassen worden.

Die Polizei in Ostsachsen hat am Freitag in Plotzen (Landkreis Bautzen), einen Mann festgenommen, der dringend tatverdächtig ist, an mehreren Raubüberfällen auf Senioren in der Grenzregion beteiligt gewesen zu sein: Am Samstagnachmittag erließ ein Haftrichter am Amtsgericht Görlitz auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 33-jährigen Familienvater wegen Raubes und schweren Raubes in jeweils zwei Fällen sowie Raubes mit Todesfolge. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Görlitz am Sonntag mit. Der Verdächtige sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Die Ermittler gehen nach Aussage von Polizeisprecher Thomas Knaup davon aus, dass der Mann höchstwahrscheinlich der bis zum Freitag gesuchte „Unbekannte“ ist, der eine 90-jährige Rentnerin in Görlitz beraubt hat und auch für den Tod der Frau verantwortlich sein könnte. Seine letzte Tat verübte er am Freitag in Bautzen, wo er eine 77 Jahre alte Frau auf dem Friedhof mit Pfefferspray angegriffen und ihre Handtasche aus dem Rollator gestohlen hatte. Wenig später stellte eine Streife des Reviers Zittau-Oberland Tatverdächtigen auf der Flucht in dem in dem kleinen Ort Plotzen und nahm ihn fest.

Laut Mitteilung werfen die Ermittler des Dezernates für Eigentumskriminalität der Kriminalpolizeiinspektion dem in Görlitz lebenden Mann vor, in den zurückliegenden Tagen und Wochen an mehreren Orten in der Region Senioren beraubt zu haben. Über die Motive gebe es noch keine Erkenntnisse.

Bei seiner Ergreifung fanden Polizisten in seinem Fluchtfahrzeug einen Elektroschocker und sogar eine Schreckschusspistole, heißt es in der Presseinformation weiter. Gegen einzelne Opfer hatte der aus Polen stammende Tatverdächtige Reizgas eingesetzt. In einem Fall soll er eine 90-jährige Rentnerin beraubt und den Tod der Frau zu verantworten haben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Polizisten am Freitag zahlreiche Beweismittel sicher.

Der 33-Jährige Tatverdächtige, der geständig sei, bestreite allerdings laut Polizeiinformation, mit dem Tod der Frau zu tun zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann langjähriger Freiheitsentzug. Raub mit Todesfolge ist mit Freiheitsstrafe ab zehn Jahren oder lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht.

Wie viele Taten dem Mann schließlich zur Last gelegt werden können, ist derzeit noch unklar, so die Polizei weiter. Kriminalisten untersuchen intensiv mit den neu gewonnen Spuren und Informationen des Täters Raubüberfälle auf älterere Menschen in den zurückliegenden Wochen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz.

Auch die Todesumstände der 90-Jährigen werden weiter untersucht. „Das endgültige Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor“, sagte der Polizeisprecher. Die Leiche der Frau war am 15. August in deren Wohnung gefunden worden. Die in ihren Habseligkeiten fehlende EC-Karte löste Ermittlungen aus und führte laut Polizei auf die Spur des Verdächtigen: Er wurde gefilmt, als er die Karte am 15. August an einem Geldautomaten benutzen wollte. Seit der Obduktion wird davon ausgegangen, das die Frau möglicherweise getötet wurde. (mit dpa)

(uf)