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Glasmacherstadt schaufelt der neuen Eishalle den Weg frei

„Diese Stadt war schon immer für Eishockey zu begeistern“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Jurk.
„Diese Stadt war schon immer für Eishockey zu begeistern“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Jurk. FOTO: Rehle/jor1
Weißwasser. Der Himmel grau, die Hände kalt, die Schuhe im Matsch: Die gute Laune hat sich am Donnerstag auf der Baustelle am Professor-Wagenfeld-Ring trotz Schmuddelwetter niemand nehmen lassen. Der erste Spatenstich für das neue Eisstadion macht es offiziell: Der Bau ist nicht mehr zu stoppen. Anna Müller-Heidelberg

Zwei Bagger röhren und schaufeln sich durch den Matsch. Bauarbeiter in neonorangefarbenen Anzügen stiefeln durch eine riesige Baugrube, messen die Tiefe und Breite, verknoten Eisengitter für das künftige Fundament. Projektleiter Jens Kretzschmar steht am Rand der Grube und blickt zufrieden auf seine Kollegen herab. "Wir haben enge Termine. Für den ersten Spatenstich kann ich die Bagger nicht stoppen", sagt er.

Muss er auch nicht. Während Weißwassers Bürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), Landrat Bernd Lange (CDU) und der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Jurk feierliche Reden halten, zeigen die Arbeiter in der Grube, dass den Worten bereits Taten vorangegangen sind. Denn die Umrisse der neuen Eishalle sind schon jetzt recht gut erkennbar.

Auch der ehemalige Eishockey-Profi Klaus Hirche schaut unter seiner schwarzen Schirmmütze zu. Der erste Spatenstich für die neue Halle weckt bei dem 72-Jährigen Erinnerungen an lang vergangene Zeiten: Beim Bau der vorangegangenen Stadien hat Hirche selber Hand angelegt. "Wir haben die Rohre für das Kühlsystem auf die Baustelle getragen", sagt er und schaut wehmütig auf die Fläche vor sich. Wo die riesige Baugrube klafft, stand früher das Wilhelm-Pieck-Stadion.

Hier kämpfte Hirche für Weißwasser und die DDR im Tor. Unvergessen das Spiel der Nationalmannschaft gegen Kanada vor 16 000 Zuschauern. Oder das umjubelte Unentschieden, das die Mannschaft gegen die Sowjetunion aufs Eis brachte. "3:3, im Jahr 1965", sagt Hirche. Vor seinem inneren Auge scheinen sich diese Szenen nochmals abzuspielen.

Freut der Grandseigneur des Weißwasseraner Eishockeys sich trotzdem auf das neue Stadion? "Na klar", sagt Hirche. Zwar sei er seit etwa zehn Jahren nicht mehr auf dem Eis gewesen. "Aber in der neuen Halle", sagt Hirche, "da könnte es durchaus sein, dass ich noch mal laufen gehe."