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| 19:21 Uhr

Hoyerswerda
Glasfasernetz für Hoyerswerda

Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH) gründen zum 1. Januar 2019 eine Breitband-Tochter und wollen innerhalb der kommenden fünf Jahre mindestens rund 12 000 Haushalte in Hoyerswerda mit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgen.
Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH) gründen zum 1. Januar 2019 eine Breitband-Tochter und wollen innerhalb der kommenden fünf Jahre mindestens rund 12 000 Haushalte in Hoyerswerda mit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgen. FOTO: SWH Hoyerswerda
Hoyerswerda. Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe SWH steigen in die Telekommunikation ein und wollen fünf Millionen Euro investieren. Von Sascha Klein

Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH) begeben sich auf ein neues Geschäftsfeld und haben eine regionale Breitbandgesellschaft erworben. Der Stadtrat hat dem Kauf der unter dem Namen Kabelmax fungierenden Gesellschaft mehrheitlich zugestimmt. Die Kaufsumme ist jedoch unbekannt. Laut RUNDSCHAU-Informationen liegt sie im geringen siebenstelligen Bereich.

Die SWH kauft die Schulze Breitbandkommunikationsgesellschaft (Kabelmax), die ihren Sitz bislang in der Hoyerswerdaer Ackerstraße hat und firmiert sie in die künftige Breitband Hoyerswerda GmbH (BBH) um. Die Städtischen Wirtschaftsbetriebe verstehen die Telekommunikation inzwischen als eine Art Grundanspruch der Bürger – ähnlich wie Strom, Wärme, Wasser und Abwasser.

Wie SWH-Geschäftsführer Falk Brandt betont, bekommt der Breitband-Ausbau überall größere Bedeutung. Um für Hoyerswerda – und Teile der gesamten Region – gewappnet zu sein, wollen die Wirtschaftsbetriebe jetzt selbst zu einem Investor werden. Durch den Wechsel zur städtischen Gesellschaft soll das Breitbandgeschäft nun deutlich Fahrt aufnehmen. Wie Falk Brandt vor dem Stadtrat erklärt hat, werden die Wirtschaftsbetriebe in den kommenden vier Jahren rund fünf Millionen Euro in den Breitbandausbau in Hoyerswerda stecken. Ziel ist der Aufbau und Betrieb eines eigenen Glasfasernetzes in Hoyerswerda.

Zwar soll der Breitbandausbau im Landkreis Bautzen in den kommenden Jahren erfolgen. Das Förderprojekt umfasst jedoch nur Regionen, in denen weniger als 30MBit anliegen. Das ist Brandt und der SWH jedoch nicht genug: „Wir wissen, dass 30MBit heute schon nicht mehr ausreichen.“ Das Ziel lautet: Durch die Investitionen in den kommenden vier Jahren sollen 12 000 Haushalte in Hoyerswerda mit einem schnellen Glasfaseranschluss ausgestattet werden. Auch rund um Hoyerswerda will die SWH jährlich etwa 100 000 Euro bereitstellen, um den Glasfaser-Ausbau in der Region weiter zu forcieren.

Bis jetzt hat Kabelmax nach Angaben der SWH rund 4200 Kunden in Hoyerswerda, Lauta, Bernsdorf und Schwepnitz mit Telefon- und Fernsehprodukten sowie mit Internet versorgt. Der Umsatz des Unternehmens, das im Jahr 2010 gegründet worden ist, steigt stetig – von 345 700 Euro im Jahr 2011 über 637 725 Euro (2015) auf 801 600 Euro (2017). Nach SWH-Angaben hat die Gesellschaft im vergangenen Jahr mit einem Plus in Höhe von 62 000 Euro abgeschlossen. An diese Werte soll die neu firmierte Breitband Hoyerswerda GmbH (BBH) anknüpfen. Bis zum Jahr 2020 strebt die Gesellschaft ein Plus von 1600 Kunden auf dann 5800 an. Bis zum Jahr 2023 will die BBH dann sogar 8000 Kunden überzeugt haben.

Im gleichen Zug versprechen sich die Verantwortlichen ein deutliches Plus bei Umsätzen und Gewinnen. Das Ziel lautet: Der Umsatz soll bis zum Jahr 2020 auf rund 1,5 Millionen Euro steigen. Im Jahr 2023 prognostiziert die SWH sogar einen Umsatz von 2,22 Millionen Euro. Das wäre fast eine Verdreifachung der aktuellen Werte. Wenn alle Prognosen wirklich eintreten, läge der Unternehmensgewinn Ende 2021 bei rund 150 000 Euro. Er könnte auf bis zu 409 000 Euro im Jahr 2023 steigen.

Der SWH geht es beim Breitband-Geschäft nicht allein um die Daseinsvorsorge der Bürger. Natürlich soll die BBH möglichst zeitnah auch einen Beitrag zum Betriebsergebnis des gesamten SWH-Verbundes leisten. In diesem Unternehmensfeld verspricht sich die Gruppe auf absehbare Zeit deutliche sechsstellige Gewinne. Denn: Bislang finanzieren allein die Gewinne der Versorgungsbetriebe (VBH) andere Töchter wie Lausitzbad, Lausitzhalle, Integra und Verkehrsgesellschaft (VGH) mit. Ende 2018 scheidet mit der Integra ein Verlustbetrieb aus. Der Geschäftsbetrieb wechselt zu den Lausitzer Werkstätten.

Punkten will die neue SWH-Tochter neben Schnelligkeit mit Nähe. Kunden hätten einen Ansprechpartner in Hoyerswerda. Möglicherweise werden VBH und BBH ein gemeinsames Kundencenter an der Lausitzhalle aufbauen. Die SWH geht sogar schon offensiv in die Werbung. Für Interessierte ist bereits eine Internet-Seite geschaltet:

www.glasfaser-hoyerswerda.de