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| 01:36 Uhr

Ghanaer nach 20 Jahren erneut angepöbelt

Hoyerswerda:. Während in der Altstadt am Samstag ausgelassen das Stadtfest gefeiert wurde, sind in der Stadt zwei freie TV-Journalisten mit Kamerateam unterwegs gewesen. Sie begleiteten den 1991 hier vertriebenen Ghanaer Emmanuel Adu Agyeman und zwei Freunde aus Ghana und Mosambik. no

Bei Dreharbeiten in der Schweitzer-Straße, wo sich vor 20 Jahren die Unterkünfte der ausländischen Vertragsarbeiter befunden hatten, kam es zu Beleidigungen und Pöbeleien. Wie Polizei-Sprecher Marcel Wita sagt, wurden die Personalien von einem 20-Jährigen und einem 29-Jährigen festgestellt. Wita spricht von einer Anzeige und dem Vorwurf mehrerer Straftaten. Ein Hitlergruß könnte eine Rolle gespielt haben und somit Sache des Staatsschutzes werden. Doch da es noch keine Zeugenvernehmung gegeben hat, hält sich die Polizei bedeckt und ermittelt weiter.

Eine der TV-Journalistinnen aus Berlin, die selbst noch überlegen, ob sie Anzeige erstatten, schilderte, dass ihr Team und ihre Gesprächspartner nur wenige Minuten vor Ort gewesen waren, als sich Fenster im Hochhaus öffneten. Ihrer Schilderung nach seien Bananen geworfen, Affengeräusche gemacht und immer wieder gebrüllt worden: „Kameras aus.“

Der Dreh habe nur mit Mühe fortgesetzt werden können. Das Kamerateam rief die Polizei, zumal aus den anfangs wenigen Personen vor den Hauseingängen rasch bis zu 20 wurden, offensichtlich auch per Handy heranorganisiert.

Vor den Dreharbeiten habe sich das Team erkundigt, ob es problematisch sei, in der Schweitzer-Straße zu drehen. Weder Stadtverwaltung noch Polizei, so die freie TV-Journalistin, hätten Bedenken gehabt. Die Dreharbeiten sollen fortgesetzt werden. Die Jornalistin betonte, dass sie auch in Hoyerswerda weiter recherchieren wird.