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| 14:30 Uhr

Gesundheit
Zum Jahresbeginn ruft wieder das Fitnessstudio

 Gesundheitssportkurse des SC Hoyerswerda sind gerade zu Jahresbeginn wieder gefragt. Will so mancher seinen zum Jahreswechsel gefassten Vorsatz, wieder mehr Sport zu betreiben, dort umsetzen. Tom Sebastian (li.), Mitarbeiter beim SC Hoyerswerda, leitet dort einen der Kurse.
Gesundheitssportkurse des SC Hoyerswerda sind gerade zu Jahresbeginn wieder gefragt. Will so mancher seinen zum Jahreswechsel gefassten Vorsatz, wieder mehr Sport zu betreiben, dort umsetzen. Tom Sebastian (li.), Mitarbeiter beim SC Hoyerswerda, leitet dort einen der Kurse. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Mehr Sport treiben – ein Vorsatz für viele im neuen Jahr. Vereine wie SC Hoyerswerda profitieren davon nur bedingt. Von Rainer Könen

Sie sind erst wenige Tage alt und schon werden sie begraben: die guten Vorsätze. Da ist der Kollege, der mit dem Rauchen aufhören wollte, die Freundin, die ihren Fernsehkonsum reduzieren möchte, der Bekannte, der mehr Zeit mit seiner Familie verbringen will. Allenthalben wird aber fleißig verschoben, was in der Silvesternacht mit großer Inbrunst beschlossen wurde.

Das kennt jeder. Folglich werden die Vorsätze verschoben, auf den kommenden Montag, die nächste Woche oder wenn man sich voller Tatenkraft glaubt. Anders sieht es mit dem Vorsatz aus, im neuen Jahr wieder mehr Sport zu treiben. Da sind die Anfänge ja in der Regel vielversprechender. Die Fitnessstudios werden  in den ersten Wochen nach dem Jahreswechsel oftmals geradezu gestürmt, die Zahl der Neuanmeldungen steigt in den ersten Wochen nach Neujahr rapide an. Auch in den Hoyerswerdaer Fitnesstempeln ist das so. Doch was ist mit den Sportvereinen, profitieren die ebenfalls von den guten Vorsätzen?

Beim größten Verein im Bautzener Landkreis, dem rund 2000 Mitglieder starken SC Hoyerswerda, stehen in den ersten Wochen des neuen Jahres insbesondere die Gesundheitssport-Kurse im Mittelpunkt des Interesses. „Wer wieder was für seinen Körper tun möchte, interessiert sich bei uns für diese Veranstaltungen“, sagt Daniela Fünfstück. Für die Geschäftsführerin des SC Hoyerswerda gibt es da eine klare Tendenz. „In den traditionellen Sportbereichen, wie Hand- oder Fußball, Judo oder Kegeln, gibt es zum Jahresbeginn keinen nennenswerten Anstieg von Anmeldungen“, so Fünfstück.

Beim Gesundheitssport – derzeit sind beim Hoyerswerdaer Sportklub in den verschiedenen Kursen rund 500 Mitglieder registriert – will man die zum Jahreswechsel gefassten Vorsätze mit Wirbelsäulengymastik oder Herz- und Kreislauftraining umsetzen. Fünfstück: „Da melden sich etliche für einen Zehnwochen-Kurs an.“ Und wenn der vorbei ist, betrachteten nicht wenige ihren Vorsatz, mehr Sport zu treiben, als umgesetzt. Erledigt, abgehakt. Doch der eine oder andere mache schon weiter, so die SC-Geschäftsführerin. Weil man dort Gleichgesinnte getroffen habe, mit denen man nach dem Sport gerne noch was unternehme.

Beim Bautzener Kreissportbund hat man die Erfahrung gemacht, dass nach dem Jahreswechsel vor allem die Vereine Zulauf haben, „bei denen der Individualsportbereich ausgeprägt ist“, wie das Kreissportbund-Geschäftsführer Lars Bauer bezeichnet. Individualsportbereich, damit sind Klubs gemeint, die über einen Gerätepark verfügen, mit dem man seinen Körper in Form bringen kann. Mit anderen Worten, Fitnessstudios wie der Hoyerswerdaer Verein „Kraft & Figur“. Dort ist zu Jahresbeginn das Gedränge an den Geräten wieder recht groß.

Lars Bauer berichtet davon, dass die meisten der rund 400 im Bautzener Kreissportbund organisierten Vereine eine Art Solidargemeinschaft darstellten. Eine Solidargemeinschaft, die zu Jahresbeginn keinen Anmeldeboom verzeichnet. Bauer: „Ist bei den Mannschaftssportarten auch nicht Usus, sich einfach anzumelden, um für eine kurze Zeit Sport zu machen.“ Wer dort einsteige, ziehe das langfristige und kontinuierliche Sporttreiben vor.

So ist es also wie in jedem Jahr. Das neue Jahr muss herhalten für einen Neustart, in vielen Lebensbereichen. Wer in den Monaten zuvor in Sachen Fitness die Zügel hat schleifen lassen, den treibt halt oft auch das schlechte Gewissen in die Muckibude. Wo man sich mit dieser Klientel bestens auskennt. Nach Einschätzung hiesiger Fitnesstrainer halte bei etlichen dieser Neueinsteiger die Motivation nur drei bis sechs Monate an. Dann ist wieder Schluss mit Sport.