ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Geschichten über das Ankommen

Die Buchautoren: Mirko Kolodziej, Dirk Lienig, Holger Griebsch, Angela Schuster, Torsten Lützner und Mandy Decker (v.l.n.r.).
Die Buchautoren: Mirko Kolodziej, Dirk Lienig, Holger Griebsch, Angela Schuster, Torsten Lützner und Mandy Decker (v.l.n.r.). FOTO: cw
Hoyerswerda. Mit ihrem neuen Porträt-Buch "Vom Loslassen und Ankommen" hat die Kulturfabrik Hoyerswerda eine außergewöhnliche Trilogie vollendet. Damit liegt nun ein einzigartiges Zeugnis über die Geschichte dieser Stadt und ihrer Menschen vor. Catrin Würz

Nichts kann soviel über eine Stadt erzählen wie ihre Bewohner selbst. Dieser einfachen Logik folgt die Idee einer Buchreihe der Kulturfabrik Hoyerswerda, innerhalb der in dieser Woche ein dritter Teil erschienen ist. Unter dem Titel "Vom Loslassen und Ankommen" erzählen darin 25 Hoyerswerdaer über ihr Leben, Lieben und Leiden in dieser Stadt in den vergangenen 25 Jahren.

Allen Porträt- und Interviewtexten liegt die Frage zugrunde, wie diese Menschen - darunter Geschäftsleute, Ärzte, Politiker, Kulturmacher und Pfarrer - nach dem politischen Umbruch von 1990 in der neuen Gesellschaft angekommen sind. Von Brüchen und Enttäuschungen ist dabei genauso zu lesen wie von ungeahnten Chancen und neue Freiheiten. Immer geht es um die Suche nach dem eigenen Weg und um das Ankommen bei sich selbst.

Zusammen mit den beiden Vorgängerbüchern "Gesichter einer Stadt" (2007) und "Geschichten eines Umbruchs" (2009), in denen jeweils 25 Menschen über die 1970er-Jahre und über die Wendezeit 1989/90 in Hoyerswerda berichteten, ergibt sich nun ein wunderbares Erinnerungsbuch, das lebendiger kaum sein könnte.

Sieben Autoren haben die sehr persönlichen und anregenden Geschichten für das neueste Buchprojekt aufgeschrieben, das mit Fördergeldern des Freistaates Sachsen anlässlich "25 Jahre Deutsche Einheit" entstehen konnte. "Wir freuen uns, dass unser Buch durch so unterschiedliche Herangehensweisen und Handschriften geprägt ist", sagt Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch stolz. So erkunden die Journalisten Mandy Decker und Mirko Kolodziej zum Beispiel, warum Hoyerswerdas Kinochef Gerd Sprecher so sehr die Oper liebt und wie bei Gerhard Schlegel der Optimismus verschwand. Dirk Lienig zeichnet mit seinen literarischen Selbstbetrachtungen die eigene Sicht auf das "Loslassen". Weitere Autoren sind Katharina Elle, Irmela Hennig, Angela Schuster und Olaf Winkler. Die Fotografen Torsten Lützner und Holger Griebsch haben zudem 25 Foto-Porträts von den Protagonisten angefertigt.

Vielfältig sind auch die Menschen, die ihre Lebensgeschichte in dem Buch preisgeben: Der Arbeiterwohlfahrt-Chef Torsten Ruban-Zeh erinnert sich ebenso wie Pfarrer Jörg Michel, die Sportmanagerin Daniela Fünfstück und das Kulturmacher-Ehepaar Helene und Martin Schmidt an die Jahre des Umbruchs. Die Schwarzkollmer Ortsvorsteherin Gertrud Winzer erzählt, wie man aus nichts etwas macht, und der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Hirche darüber, wie alle und alles immer auf dem Weg sind.

Die Bücher "Geschichten eines Umbruchs" (2009) und "Vom Loslassen und Ankommen" (2016) kann man für jeweils acht Euro im Bürgerzentrum Braugasse 1 erwerben..