ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

Geschichte als literarisches Erlebnis

Hoyerswerda. Mit Stefan Zweigs Erzählungen bietet Uwe Jordan einen neuen literarischen Höhepunkt. Vor 90 Jahren erschienen diese 14 "historischen Miniaturen", wie der Dichter sie nannte, zum ersten Mal und eroberten sofort weltweit ein Publikum. Martin Schmidt

Der Kunstverein Hoyerswerda erinnert zu dem an den 75. Todestag des Schriftstellers Stefan Zweig.

Stefan Zweigs Erzählung "Flucht in die Unsterblichkeit" erinnert an den 500. Jahrestag der Entdeckung des Stillen (Pazifischen) Ozeans durch Nuñez de Balboa. Der Dichter schildert genial, eindrücklich, ohne Pathetik, jedoch mit allen Turbulenzen jene wilde Entdeckerzeit. Die Nachricht von einem Land, in dem Gold angeblich frei aufgesammelt werden kann, erschüttert das damalige spanische Weltreich, wie bereits kurz vorher die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus.

Stefan Zweig erzählt vom Goldrausch, der sowohl die Einwohner der "alten Welt" Europas als auch die der "Neuen" Welt trotz aller Reichtümer ins Unglück stürzt. Dabei fallen Entscheidungen, die bis heute unumkehrbar sind. Diesen turbulenten Zeiten widmet sich der Schriftsteller Stefan Zweig (1881 -1942) in den "Sternstunden der Menschheit". Er erzählt darin unter anderem auch von Goethes Kur in Marienbad, denen wir die "Karlsbader Elegie" verdanken, der heimlichen Reise Lenins aus dem Schweizer Exil durch Deutschland nach St. Petersburg, der die Revolution in Rußland folgt, oder lässt den "Bericht von der Eroberung von Byzanz" während der Kreuzzüge nachvollziehen.

Der Dichter schuf detailgetreue Biographien von Balzac, Dostojewski und Tolstoi, Erasmus von Rotterdam und Nietzsche, von Maria Stuart bis Napoleon. Seine Lebens-Erinnerungen "Die Welt von gestern" bieten ein eindrucksvolles Bild des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Die Besucher erwartet ein Abend spannender Geschichte und Gedankenaustausch.