„Natürlich geht vieles nicht mehr so schnell wie früher“, erklärt der Jubilar, während er seinen Rollator langsam vor sich hin schiebt. Aber aus geistiger Sicht ist Gerhard Möhwald topfit, wie man so schön sagt. Selbst Jahreszahlen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle spielten, hat der Senior nicht vergessen.

Die Stadt Bernsdorf war und ist schon immer seine Heimat gewesen. „Ich bin hier geboren, und hier will ich auch sterben“, erklärt der 90-Jährige. Viele Bernsdorfer kennen Gerhard Möhwald, denn der Senior hat Stadtgeschichte mitgeschrieben. Und das nicht nur auf dem Papier. Von 1956 bis 1984 leitete er als Bürgermeister die Geschicke „seiner“ Stadt Bernsdorf. „Ich habe das wirklich gern gemacht. Wir haben vieles aufgebaut. Ich habe auch immer mit allen Parteien zusammengearbeitet. Bürgernähe war mir jedoch in meiner Amtszeit am wichtigsten“, blickt Gerhard Möhwald, der am 21. Januar 1999 zum Ehrenbürger von Bernsdorf ernannt worden ist, zurück.

Die heutige Zeit sei für die Stadt sehr schwierig. Von den einstigen zwölf beheimateten Betrieben sei nur noch ein Bruchteil da. Und den Menschen fehle hier Arbeit. „Schuld“ daran sei die finanziell schwierige Situation, die die positive Entwicklung beeinträchtige. Über notwendige Veränderungen in Bernsdorf „könnte man ein ganzes Buch schreiben, aber wenn kein Geld da ist, funktioniert es auch nicht“, so Gerhard Möhwald.

Gern denkt der Senior auch an seine Amtszeit als Sektionsleiter im Bereich Fußball zurück. „Wir haben damals mit vielen anderen Sportfreunden über das Nationale Aufbauwerk den Sportplatz selbst aufgebaut und insgesamt 60 Kilometer Wasserleitung verlegt. Wenn man so etwas selbst gemacht hat, achtet man die Dinge auch ganz anders“, meint er.

Seit einem Jahr ist das ASB-Pflegeheim „Am Schmelzteich“ das Zuhause des Seniors. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt der 90-Jährige.