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| 21:32 Uhr

Bauern mit Leib und Seele
Das Gemüse-Eldorado in Hoske

Zwei Gewächshäuser hat das Unternehmen im heimischen Hoske. Claudia Domanja ist zurzeit im älteren der beiden. Dort wachsen zurzeit die Tomaten, die überall in der Region verkauft werden.
Zwei Gewächshäuser hat das Unternehmen im heimischen Hoske. Claudia Domanja ist zurzeit im älteren der beiden. Dort wachsen zurzeit die Tomaten, die überall in der Region verkauft werden. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoske. Seit mehr als 20 Jahren wächst der Betrieb Domanja kontinuierlich - mit Qualitätsprodukten. Von Sascha Klein

Matthias Domanja kommt in das kleine Büro auf dem Hof. Ein paar Minuten später als geplant. „Ich habe gerade noch auf dem Traktor gesessen und Siloballen gepresst“, sagt der 40-Jährige. Er ist der Chef eines der größten Landwirtschaftsbetriebe in der Region Hoyerswerda. Das Familienunternehmen bewirtschaftet rund 340 Hektar Fläche, Matthias’ Frau Claudia (40) ist für die Buchhaltung zuständig. Wobei: Irgendwie sind beide für alles zuständig. Die Arbeit geht auf dem Hof nie aus. „Feierabend ist, wenn du eingeschlafen bist“, sagt er und lacht. Seine Frau ergänzt: „Wenn nachts eine Kuh dreimal laut muht, fährt Matthias raus und schaut, was los ist.“ Wobei: Auch Vater Domanja ist mit seinen 83 Jahren noch Tag für Tag mittendrin im Betrieb, oft bis in die späten Abendstunden.

Domanjas haben sich in den vergangenen 20 Jahren beim Gemüseanbau in der Region mehr als etabliert. „95 Prozent unseres Gemüses vermarkten wir selbst“, sagt er. Die Stände der Familie sind auf Märkten in Hoyerswerda, Bernsdorf, Wittichenau, Kamenz, Königswartha, Bautzen, Lieske und auch in Dresden anzutreffen. Oftmals ist das Gemüse erst wenige Stunden zuvor geerntet worden. Zurzeit ist Spargel-Saison. Pünktlich um 10 Uhr rollt ein Mitarbeiter auf dem Kubota-Traktor auf den Hof – auf dem Anhänger sind Kisten voller Spargel, der wenige hundert Meter weiter gestochen wird. Anschließend wird er von der restlichen Erde befreit und je nach Güte sortiert.

Was Matthias Domanja immer öfter feststellt: Seinen Kunden ist wichtig, etwas über die Herstellung und die Herkunft ihres Gemüses und Fleisches zu erfahren: „Besonders beim Fleisch wollen die Kunden wissen, wie die Tiere gehalten und womit sie gefüttert werden.“ Bis zum Jahr 2009 haben Domanjas noch in Hoske Tierhaltung gehabt, diese dann aber nach Commerau verlagert. Dort stehen jetzt 170 Schweine, 100 Rinder, und 1200 Hühner. Die Hosker füttern mit dem Futter, das sie selbst herstellen. „Für uns sind das kurze Wege. Für den Kunden ist alles nachvollziehbar“, sagt Matthias Domanja. In der hofeigenen Fleischerei in Hoske wird das Fleisch verarbeitet, unter anderem zu Wurst. So entfallen lange Transportwege. Zudem verzichte der Betrieb auf Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel. Domanjas Fleischer, ein Mann mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, nutzt Rezepte aus der Region.

Der Betrieb, bei dem derzeit etwa 30 Menschen beschäftigt sind, fußt auf inzwischen vier Säulen: Gemüseanbau, Tierhaltung, Landwirtschaft sowie einer Bio-Linie. Etwa 100 Hektar bewirtschaften Domanjas in Bio-Qualität, auf 22 Hektar davon wachsen Aronia-Beeren, die viele Vitamine und Mineralien enthalten. In Zusammenarbeit mit einer Kelterei entstehen daraus Aronia-Direktsaft und Apfel-Aronia-Direktsaft. Darüber hinaus stellen die Lausitzer Fruchtaufstriche und Gelee aus Aronia her.

Auch im Glas sind einige Leckereien aus Hosker Produktion zu kaufen. „Besonders gut gehen sauer eingelegte Bohnen“, sagt Claudia Domanja. Die sind meist in den Wintermonaten der Renner. Inzwischen gibt es auch saure Gurken, Dillgurken, Rote-Beete- und Rohkostsalate. Auch sie werden direkt auf dem Hof in Hoske hergestellt und auf den Märkten der Region verkauft.