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| 15:41 Uhr

Regionalgeschichte
Grenzenloser Tag der Oberlausitz

FOTO: Reinhard Hoffmann
Hoyerswerda. Am 21. August erinnern die Oberlausitzer an die wechselvolle Geschiche unter böhmischer, sächsischer und schlesisch-preußischer Herrschaft. Von Reinhard Hoffmann

 Hoyerswerda ist auch im 750. Jahr seiner Ersterwähnung immer noch eine der größten Städte in der Oberlausitz. Doch wer Oberlausitz hört, denkt zuerst an die typische Mundart.

Im bergigen Oberland erzählt man so auch vom „Äberlausitzer Hexnmeester“. Dabei wird vom  Müllergesellen und Zauberer Pumphut berichtet.  Die von  Jacob Grimm beschriebene Gestalt ist  weit über Sachsen hinaus bekannt. Seine Spuren reichen von Berlin bis Leipzig. Weniger bekannt ist, dass Pumphut als Martin Niemec im Wittichenauer Ortsteil Spohla geboren wurde. Sein Vater war Deutscher, die Mutter Sorbin, beide Leibeigene des Klosters Panschwitz- Kuckau. In Spohla erinnern Stele und Gedenktafel an ihn.

Ein Zeugnis der Geschichte sind Volkstrachten. Sie entwickelten sich unter dem Zwang feudaler  Kleiderverordnungen. Um 1538 wurde für das gesamte Markgrafentum Oberlausitz eine einheitliche Ordnung festgelegt. Mit der französischen Revolution 1789 endete dieses Kapitel.  Mit der Entwicklung eines deutschen Nationalbewusstsein wuchs auch die Wertschätzung bürgerlicher und bäuerlicher Trachten wieder. Heute sind nur noch dreisorbisch geprägte Trachtengebiete  erhalten. Neben der katholischen Tracht, die in manchen Dörfern von Dörgenhausen bis Bautzen  heute noch getragen wird, hat sich um Hoyerswerda die evangelische sorbische Tracht erhalten. Der Oberlausitzer Trachtenverein Zittau um Hans Klecker präsentiert bei zahlreichen Festumzügen und auch zum 5. Oberlausitztag Frauen, Männer und Kinder in traditioneller Kleidung.

Klecker  hat  als einer der Mitinitiatoren des Oberlausitztages Zeugnisse der Altoberlausitzer Tracht zusammengetragen und bereitet mit dem Oberlausitzer Verlag ein Buch „Oberlausitzer Trachten im Deutschen Siedlungsgebiet“ vor. Er hat dazu mehr als 200 Fotos und Zeugnisse,  die bis ins 13. Jahrhundert reichen, gesammelt. Gemeinsam mit Kirsten Böhme vom Verein zur Pflege der Kultur der mittleren Lausitz hat er interessante Details zusammengetragen. Das Buch erscheint voraussichtlich im Oktober.

Weitere Informationen:
www.hans-klecker.de/veranstaltungen-zum-tag-der-oberlausitz