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| 15:21 Uhr

Schon 700 Kilo aufgesammelt
Gemeinde Lohsa: Fische sterben massenweise im Silbersee

Im Silbersee in der Gemeinde Lohsa sterben zurzeit massenhaft Fisch. Grund ist wahrscheinlich die Hitze, die zu einem massiven Sauerstoffmangel im See geführt hat.
Im Silbersee in der Gemeinde Lohsa sterben zurzeit massenhaft Fisch. Grund ist wahrscheinlich die Hitze, die zu einem massiven Sauerstoffmangel im See geführt hat. FOTO: Henry Gbureck
Lohsa. Wahrscheinlich die Hitze ist der Auslöser des Fisch-Massensterben im Silbersee in der Gemeinde Lohsa. Denn dadurch herrscht im See ein massiver Sauerstoffmangel. Camper, Anwohner und Mitglieder von Anglervereinen sammeln nun die toten Tiere ein.

Schon seit Freitagmorgen sind mehr als 20 Helfer, dabei die toten Fische einzusammeln. Laut René Häse, Geschäftsführer vom Anglerverband „Elbflorenz“ – Pächter des Gewässers – beläuft sich die Menge der bereits aufgelesenen Tier auf rund 700 Kilo. und es wird noch viel mehr werden. Denn nach wie vor treiben Hunderte tote Fische auf der Wasseroberfläche. Nicht nur Mitglieder von Anglerverbänden aus Hoyerswerda, Lohsa oder Boxberg packen mit an. Auch aus Dresden sind Helfer gekommen, darunter René Häse.

Hitze ist Grund für Massensterben

Er geht im Moment davon aus, dass die Ursache des Massensterbens die Hitze ist. So hätte der Silbersee aktuell eine Oberflächentemperatur von 30 Grad, an einigen Stellen sei es auch mehr. Besonders Fische, die viel Sauerstoff benötigen, wie etwa Zander oder Hechte seien deshalb aktuell vor allem betroffen. Die ganze Wärme hat sich in der sogenannten Sprungschicht des Wassers, das sind die oberen, gestaut. Gibt es dann auf dem Gewässergrund zusätzlich noch viele Algen, die Stickstoff produzieren, wird die Sprungschicht zu einer Art Deckel: Es gelangt kaum noch Sauerstoff ins Wasser.

Genau das wurde den Fischen im Silbersee zum Verhängnis. Der Karpfen scheint aktuell aber noch nicht betroffen zu sein. Karpfen lieben es wärmer und benötigen generell weniger Sauerstoff als andere Artgenossen. „Unter den toten Fischen waren noch keine Karpfen, das ist ein gutes Zeichen. Denn die leben tiefer im See, also scheint das Wasser dort im Moment noch ausreichend Sauerstoff zu haben", berichtet ein Camper, der beim Einsammeln der toten Fische mithilft.

Wurden die Tiere anfangs in vier Mülleimern entsorgt und in eine Tierbeseitigungsanlage gebracht, wurde mittlerweile ein Container aufgestellt, in den die aufgelesenen Fische entsorgt werden. Darum wurde ein Absperrbereich geschaffen, um ihn von Seebesuchern abzugrenzen und den Helfern ein ungestörteres Arbeiten zu ermöglichen. Der Container sei laut Häse nötig, da die Auflese-Aktion auch in den kommenden Tagen weitergehen wird. Denn die Wettersituation wird sich mit Blick auf Wettervorhersagen nicht bessern. Es soll heiß und trocken bleiben.

Auch, wenn Häse aktuell davon ausgeht, dass das Fischsterben dem Sauerstoffmangel durch die Erwärmung des Gewässers geschuldet ist, hundertprozentige Klarheit gibt es erst, wenn die Behörden die genommenen Wasserproben untersucht haben. Es ist also durchaus möglich, dass sich auch noch etwas anderes als Auslöser des Fischsterbens entpuppt.

Abkühlung und Regen dringen nötig

Auch Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht geht davon aus, dass die erhöhte Wassertemperatur des Bergbaufolgesees und die daraus resultierende Sauerstoffknappheit in den unterschiedlichen Wasserlagen Schuld am Fischsterben sind. „Selbst wenn aus Richtung Bautzen Wasser zum Silbersee kommen würde, könnte man dem derzeitigen Effekt nicht entgegenwirken, da auch dieses Wasser zu warm ist und man es nicht schafft, das Wasser umzuwälzen“, sagtLeberecht auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Wir können leider nur die toten Fische auflesen und entsorgen lassen“, sagt Lohsas Bürgermeister.

Auch für René Häse vom Anglerverband „Elbflorenz“ ist derzeit das Schlimmste, das man nichts machen könne. Er sieht das wie Lohsas Bürgermeister. Das Wasser umpumpen, also das alte mit neuem frischen Wasser zu tauschen, gehe nicht, weil es ja an anderen Seen wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit ebenfalls kaum noch Wasser gebe, und auch das sei ja nicht frisch und kühl. Die Fische in Bassins umsetzen, gehe auch nicht. Die Tiere seien so geschwächt, dass sie sofort sterben, wenn sie aus dem Wasser genommen werden.

Eigentlich könnte jetzt nur noch eins helfen: wesentlich kühlere Temperaturen und viel Regen.