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Geldsegen für Palliativstation

Da ist die Freude groß: Michaela Stöckel (r.), Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Seenland-Klinikum, und Geschäftsführer Jörg Scharfenberg (2.v.l.) nehmen aus den Händen von Ministerin Barbara Klepsch den Fördermittelbescheid in Höhe von 1,04 Millionen Euro entgegen.
Da ist die Freude groß: Michaela Stöckel (r.), Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Seenland-Klinikum, und Geschäftsführer Jörg Scharfenberg (2.v.l.) nehmen aus den Händen von Ministerin Barbara Klepsch den Fördermittelbescheid in Höhe von 1,04 Millionen Euro entgegen. FOTO: cw
Hoyerswerda. Das Lausitzer Seenland Klinikum bekommt den Aufbau seiner neuen Palliativstation großzügig vom Freistaat Sachsen bezuschusst. Damit wird nun der letzte, bislang noch unsanierte Bereich des Hauses modernisiert. Catrin Würz

"Das ist heute ein sehr, sehr guter Tag für uns." Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer des Lausitzer Seenland Klinikums, kann seiner Freude kaum genug Ausdruck geben. Immerhin hat der Klinikumschef gerade einen siebenstelligen Geldbetrag für den Aufbau der neuen Palliativstation im Hoyerswerdaer Krankenhaus entgegennehmen können. Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch brachte den Fördermittelbescheid über einen 1,04 Millionen Euro-Zuschuss aus Dresden höchstselbst gestern nach Hoyerswerda.

Das Klinikum Hoyerswerda möchte bis Sommer nächsten Jahres auf der einstigen Dialyse-Station des Altgebäudes eine moderne, zeitgemäße Palliativstation mit sechs Betten aufbauen. Auf einer Palliativstation werden Patienten mit Tumorerkrankungen oder anderen nicht heilbaren, fortgeschrittenen und schwersten Erkrankungen und deren Angehörige behandelt, betreut und begleitet. Die palliativmedizinische Versorgung gibt es zwar schon seit Anfang 2014 am Hoyerswerdaer Klinikum. Doch bislang sind die Betten auf anderen Bereichen ausgelagert. Die neue Station der Palliativmedizin soll künftig dann die bestmöglichen Bedingungen für die Versorgung und Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen ermöglichen. Auf 400 Quadratmetern Fläche werden die Patientenzimmer mit behindertengerechten Sanitärräumen, moderne Therapie- und Arbeitsräume für das Personal sowie ein schöner Aufenthaltsbereich geschaffen, in dem sich Patienten und Angehörige begegnen können. In den kommenden Monaten wird der Bereich im zweiten Obergeschoss zunächst komplett entkernt und soll bis Juli 2018 umgebaut werden. "Damit wird dann der letzte, bislang noch unsanierte Bereich unseres Hauses auch modernisiert", erklärte Klinikum-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg zufrieden. Insgesamt kostet der Umbau rund 1,3 Millionen Euro. Neben der 80-prozentigen Förderung durch den Freistaat Sachsen bringen die Sana Kliniken AG den fehlenden Eigenanteil auf.

Staatsministerin Barbara Klepsch freute sich gestern mit den Hoyerswerdaer Klinikums-Betreibern und mit den Unterstützern wie dem Landtagabgeordneten Frank Hirche und der Bundestagsabgeordneten Maria Michalk über das Projekt. Klepsch verwies darauf, dass seit dem Jahr 1990 bereits 99 Millionen Euro in den Krankenhaus-Standort Hoyerswerda geflossen sind. "Und auch die Palliativstation ist nun ein sehr wichtiger Baustein", sagte sie. In ganz Sachsen gebe es insgesamt 30 spezialisierte Palliativstationen mit 230 Betten. Damit könne der Freistaat eine gut aufgestellte Palliativversorgung vorweisen. Die Ministerin dankte ausdrücklich all jenen Ärzten und medizinischen Kräften, "die in diesem Bereich Enormes leisten."

Bürgermeister Thomas Delling, der dem Aufsichtsrat des Seenland Klinikums vorsteht, freute sich ebenfalls, dass der Ausbau der neuen Station jetzt möglich wird. In der Stadt sei gut zwei Jahre lang über ein Hospiz diskutiert worden. "Wir sind froh, dass wir jetzt in der Palliativmedizin etwas bewegen können. Das ist ein sehr wichtiger Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt."