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Geierswalder waleien, schreppen und spielen Boccia

Die Kinder haben beim Waleien der bunten Ostereier viel Spaß. Die Jüngsten durften danach die liebevoll aufgeschüttete Bahn nach Herzenslust zertrampeln.
Die Kinder haben beim Waleien der bunten Ostereier viel Spaß. Die Jüngsten durften danach die liebevoll aufgeschüttete Bahn nach Herzenslust zertrampeln. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Geierswalde. Alljährlich eine Woche nach dem Auferstehungsfest stehen in der Mittellausitz Junge oder Kleine Ostern im Traditionskalender. In Geierswalde hat sich dieser Brauch, bei dem nochmals Eier gefärbt werden, in den vergangenen neun Jahren zu einem Volksfest entwickelt. trt1

Die Eierbahn wurde von den Freunden des Maibaums, einer Sektion des örtlichen Kultur- und Sportvereins (KSV), gebaut. Die Kinder ließen bunte Eier hinabkullern. Wessen Ei ein zweites anstößt, darf dieses behalten. Die Kinder waleien solange, bis die Jury um Dieter Woßlick eingreifen muss. "Wir achten darauf, dass die Eier nicht allzu kaputt gehen. Schließlich sollen sie noch gegessen werden", erklärt der Chef der Freunde des Maibaums.

Gleich nebenan wird ordentlich geschreppt. So bezeichnen die Geierswalder ihr Spiel mit den Münzen. Mehrere Centstücke werden in die Luft geworfen, die dann auf dem Handrücken landen sollen. Anschließend gilt es, das Geld zu fangen. Das gelingt nicht immer. Was zu Boden fällt, darf der nächste Spieler in seine Hände nehmen. Früher sei dieses Spiel in der Region unter Kindern weit verbreitet gewesen, berichten die alteingesessenen Einwohner.

Mediterran mutet dagegen die "Kugelsportanlage" auf dem Festplatz an. "Wir spielen Eierboccia", erklärt Klaus Sauer. Jeder Akteur versuche, mittels Metallkugeln ein Ei aus Plaste zu treffen. Meist dürfte der Zufall demjenigen in die Hände spielen, dem dieses nicht ganz einfache Ansinnen gelingt.

So wird eine Woche nach Ostern in Geierswalde die Freiluftsaison eröffnet. Natürlich im Herzen des Seenland-Dorfes. Der dortige Festplatz zählt bereits ein paar Jahre. Bis nach der Wende stand dort ein Wohnhaus. Dieses wurde abgerissen und stattdessen eine öffentliche Fläche geschaffen. Das darin integrierte Asphaltareal sollte ursprünglich als Skater-Eldorado dienen. "Damals war aber noch nicht abzusehen, dass wir mal so viele gute Radwege an den Seen bekommen würden", erklärt Dieter Woßlick. Vielleicht hätten sich die Geierswalder dann für etwas ganz anderes entschieden. Möglicherweise für einen ansehnlichen Dorfteich.

Bis zum nächsten Volksfest ist es nicht mehr lange: Am 30. April soll auf dem Festplatz wieder der Maibaum aufgestellt werden.