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| 19:27 Uhr

Urteil zum Geierswalder See
Verkäufer muss Schwimm-Häuser zurücknehmen

FOTO: Frank Hilbert
Geierswalde . Im Streit um die schwimmenden Häuser am Geiserswalder See ist ein Urteil gefällt worden. Der Verkäufer muss die unsicheren Ferienhäuser kostenpflichtig zurücknehmen. Von Torsten Richter-Zippack

Der Streit um drei schwimmende Häuser am Geierswalder See (Landkreis Bautzen), die sich als nicht sturmsicher und damit lebensgefährlich erwiesen haben, ist entschieden: Der Verkäufer, ein Metallbaubetrieb aus Elbe-Elster, muss die drei Schwimmhäuser und ein weiteres Ferienhaus an Land zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten. Der Betrag ist siebenstellig. Das hat ein Schiedsgericht entschieden.

Geklagt hatten die Brüder Holm und Dirk Nehrig, Geschäftsführer der HDN Tourist GmbH aus Bautzen. Diese hatten die Vorzeigeobjekte der schwimmenden Architektur im Lausitzer Seenland erworben. In schwerem Sturm waren die Schwimmhäuser so stark beschädigt, dass sie behördlich gesperrt wurden. Die Ferienhäuser hatten sich vom Schwimmsteg losgerissen, trieben auf dem See und mussten zurückgeschleppt werden.

Das Schiedsgericht folgte der Ansicht der Nehrig-Brüder, dass massive Baumängel dafür verantwortlich seien. Unter anderem sei die Höhe der maximal möglichen Wellen auf dem Geierswalder See zu niedrig berechnet worden. Darüber hinaus wiesen die Gebäude eine ganze Anzahl weiterer massiver Mängel auf. „Ich habe kein anderes Urteil erwartet“, resümiert Holm Nehrig. Der Inhaber der Metallbaufirma äußert sich gegenüber der RUNDSCHAU nicht.

Auch der Landkreis Bautzen, der die insgesamt fünf schwimmenden Häuser als Referenzanlage genehmigt und sie damit als sicher eingeschätzt hat, schweigt. Mit Verweis auf ein weiteres laufendes Verfahren.