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| 17:20 Uhr

Lausitzer Seenland
Ausgepowert auf dem See

 Jungsegler kämpfen auf dem Wasser um die besten Wettfahrtzeiten.
Jungsegler kämpfen auf dem Wasser um die besten Wettfahrtzeiten. FOTO: Anja Guhlan
Geierswalde. 90 Jungsegler messen sich bei Segelregatta „Goldener Geier“ auf dem Geierswalder See. Von Anja Guhlan

Zum 19. Mal hat am vergangenen Wochenende die Kinder- und Jugendregatta „Goldener Geier“ stattgefunden. Die Eröffnung fiel kurz und knapp aus, denn schließlich wollten die jungen Segler allesamt auf das Wasser. Klaus Wiegmann als Vorsitzender des ausrichtenden 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland begrüßte alle 90 Jungsegler am Geierswalder See. Auch der Präsident des sächsichen Seglerverbandes wünschte allen Teilnehmern maximale Erfolge, schließlich wird in diesem Jahr der „Goldene Geier“ im Rahmen der Jugendmeisterschaften ausgetragen. Es geht also um sehr viel mehr.

Nerven dick wie Taue mussten die Jungsegler deshalb haben. Kurz nach 10 Uhr wurde der See freigegeben. Viele Jungsegler zogen ihre Boote über die Slipanlage selbstständig ins Wasser und segelten sich schon so langsam ein.

Nach einer kurzen Startverzögerung fing die erste Wettfahrt kurz nach 11 Uhr dann an. Die Cadets starteten als erste Bootsklasse. 27 Teilnehmer positionierten sich schließlich an einer 150 Meter langen erdachten Startlinie zwischen dem Startschiff und einem Startkegel mitten auf dem Wasser. Dann ein Signal, dass der Start in einer Minute beginnt. Jetzt nur noch nicht über die Startlinie segeln. Dann das Startsignal. Einige der Boote kommen gut weg, der Wind liegt super in den Segeln. Noch schaut alles ganz leicht aus. Als die Cadeten dann den ausgelegten Kurs abfahren sollen, verschiedene Tonnen wie Pyramiden und Zylinder umfahren müssen und ständig auf den Wind achten, schaut es schon schwieriger aus. Auch gilt es möglichst wenig Strafpunkte einzufahren. Strafpunkte gibt es zum Beispiel beim versehntlichen Berühren der Tonnen oder bei Vorfahrtsregelmissbrauch oder unfairem Verhalten. Eine Wettfahrt bei den Cadeten dauert etwa 60 Minuten.

Das heißt 60 Minuten volle Konzentration. „Auf dem Wasser kann ich richtig gut abschalten und mich voll auf das Segeln konzentrieren“, meint Charlotta Böhm (14) vom Wassersportverein Lausitzer Seenland. Sie segelt seit ungefähr sieben Jahren. Seit etwa einem Jahr mit dem zwei Jahren jüngeren Paul Hofmann (12) im Cadet. „Wir müssen schon als Einheit auf dem Boot gut funktionieren“, erklärt Charlotta. Jeder hat da so seine Aufgaben. Während der eine zum Beispiel steuert, übernimmt der andere das Vorsegel.

Nach der ersten Wettfahrt gibt es eine kurze Verschnaufpause bevor die nächsten zwei Wettfahrten folgen. Charlotta Böhm ist am Ende der Wettfahrten nicht ganz so zufrieden und wird wohl eher im Mittelfeld landen. Die tschechischen und polnischen Teilnehmer sind dieses Jahr einfach stärker. So landet nach dem ersten Segeltag die 15-jährige Tschechien Eliska Vychova immerhin auf dem dritten Platz. „Heute konnte ich aufgrund des wechselhaftes Windes nicht ganz 100 Prozent geben“, meinte sie nach den Wettfahrten. Am Sonntag war aber auch noch ein Wettkampftag.

Kurz nach den Cadeten starten auch die vier Teilnehmer der 29er-Bootsklasse. Erfahrene Segler auf dem Presseboot erklären, dass das Segeln auf einem 29er schon eine wahnsinnige körperliche Ertüchtigung ist, die nahezu Leistungssport gleicht. „Der 29er ist schon sehr trainingsintensiv. Es ist schon was anderes als ein Optimist oder Cadet. Schließlich segeln wir auf einem Skiff, das heißt der Rumpfaufbau ist flacher und breiter. Wir müssen uns mehr ins Trapez hängen“, erklärt Ludwig Hamann vom Leipziger Segelverein, der gemeinsam mit Zeno Heilmann segelt. Und die beiden segeln gut. Von fünf Wettfahrten schaffen es die beiden zwei Mal als Erster über die Ziellinie. Bei den Zwischenergebnissen schaffen sie es somit auf Platz eins.

Bei den Optimisten finden auch nur drei Wettfahrten statt, die aber wieder weitaus länger vom Zeitraum sind. Hier gehen in den beiden Klassen A und B ungefähr 23 Teilnehmer an den Start. Für Johannes Trimpe vom Prenzlauer Segelclub ist es die erste Regatta überhaupt und landet dann prompt beim Zwischenergebniss auf Platz 10. Roderick Mutsch hat lediglich einen 15. Platz in der Zwischenwertung erreicht. „Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Ich bin selbst zufrieden mit mir und jede Regatta ist auch immer eine Übung fürs Segeln.“

Am Ende hatten alle ihren Spaß auf dem Wasser. Und das ist doch beim Segeln das Wichtigste.