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| 15:56 Uhr

Hoyerswerda
Gefährliche Abkürzung durch die Baugrube

Der Weg zur Baugrube: Vorbei an der Absperrung ist der Jugendliche im Dunkeln über die Baustelle gelaufen und in die Baugrube gestürzt.
Der Weg zur Baugrube: Vorbei an der Absperrung ist der Jugendliche im Dunkeln über die Baustelle gelaufen und in die Baugrube gestürzt. FOTO: LR / Anja Hummel
Dörgenhausen. Auf dem Heimweg nach einer Party in Dörgenhausen stürzt ein 17-Jähriger vier Meter in die Tiefe. Die Schuldfrage ist offen. Von Anja Hummel

Mitten in der Nacht, kurz nach halb zwei muss es gewesen sein, sagt eine Anwohnerin. „Da ging plötzlich die Sirene los“, erzählt die Frau am Gartenzaun. Während am Wochenende auf dem Dorfplatz in Dörgenhausen noch der Dorfrock-Bass wummert, liegt nur wenige hundert Meter entfernt ein 17-Jähriger schwer verletzt in einer Baugrube.

Vier Meter tief ist er gefallen, verletzte sich dabei schwer. „Es muss eine Gruppe von Jugendlichen gewesen sein. Die haben nach der Party die Abkürzung über die Baustelle genommen“, erzählt die Anwohnerin weiter. Seit Mitte Februar wird die Dörgenhausener Ortsdurchfahrt erneuert. Vollsperrung. Betreten auf eigene Gefahr. Ebendiese Gefahr gehörig unterschätzt hat die Gruppe Jugendlicher, die vorher auf dem Dorfrock-Fest im gleichen Ort unterwegs war. Einer von ihnen stürzte, die anderen alarmierten den Rettungsdienst.

Erst mit Hilfe der Feuerwehr konnte der junge Mann aus der Grube gezogen werden, bestätigt die Polizei. Dörgenhausens Ortswehrleiter Bert Zillich ist selber nicht ausgerückt, war auf der Party im Ort. So wie bei so einem Ereignis nun mal „das ganze Dorf“ versammelt ist. „Da hat man keine Sirene gehört“, sagt er. Auf dem Heimweg in der Nacht ist Zillich am Unfallort an der Wittichenauer Straße vorbeigekommen. Die Polizei habe er noch gesehen, Zeugen wurden befragt. Bis etwa vier Uhr hat der Einsatz laut Polizei angedauert. „Jetzt laufen die Prüfungen, ob die Sicherungspflichten an der Baustelle verletzt wurden“, erklärt Polizeisprecher Torsten Jahn. Es wurde Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet. Für Ortswehrleiter Bert Zillich ist die Lage klar: „Die Baustelle ist und war komplett abgesichert. Die Baugrube war sogar noch einmal extra umzäunt.“ Eine Anwohnerin ist genau der gleichen Meinung: „Ich denke nicht, dass die Baustelle ungenügend gesichert war.“

Wer also fahrlässig gehandelt hat – die Gruppe Jugendlicher oder die Baustellenverantwortlichen – muss nun geprüft werden. Wie es dem verletzten jungen Mann geht, darüber kann die Polizei keine Auskunft geben.