Der Baptistenprediger war in den Vereinigten Staaten einer der Hauptfiguren der Bewegung gegen den Rassismus in den 1960er-Jahren. Während viele Kirchgemeinden in den USA den Namen des 1968 ermordeteten Friedensnobelpreisträgers tragen, stellt die Hoyerswerdaer Neustadtgemeinde hierzulande eine Ausnahme dar. "In Deutschland ist mir nicht bekannt, dass andere Kirchgemeinden den gleichen Weg zum Namen ‚Martin Luther King‘ gegangen wären, wie wir", schätzte Antje Kruse-Michel bei der Feier ein, an der etwa 20 Gemeindeglieder teilnahmen. Das Gebäude, ursprünglich eine Friedhofskapelle aus dem Jahr 1902, wurde zum Gemeindezentrum der evangelischen Christen in der entstehenden Neustadt umgebaut. "Erika Freyer bekam von der Kirchgemeinde den Auftrag, sich mit der Witwe Martin Luther Kings in den USA in Verbindung zu setzen", erklärte Antje Kruse-Michel nach einem Blick ins Pfarrarchiv. Coretta Scott-King erlaubte die Verwendung von Kings Namen und so heißt das Hoyerswerdaer Gebäude seit dem 8. September 1969 "Martin Luther King Haus". Für die Hoyerswerdaer Neustadtchristen ist Martin Luther King noch heute Sinnbild für die Gerechtigkeit, und Beweis dafür, was man alles erreichen kann, wenn man gemeinsam handelt.