| 12:20 Uhr

Hobby
Gartenidyll mit Gleisanschluss in Lauta

Eisenbahn-Fan Frank Zippert (65) hat sich in seinem Lautaer Garten ein Bahnidyll geschaffen. Foto: Anja Guhlan
Eisenbahn-Fan Frank Zippert (65) hat sich in seinem Lautaer Garten ein Bahnidyll geschaffen. Foto: Anja Guhlan FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Ein außergewöhnliches Hobby: Frank Zippert hat im Garten ein 50 Meter langes Schienennetz aufgebaut. Von Anja Guhlan

Wenn im heimischen Garten eine Dampflok ihre Runden dreht, ist Frank Zippert in Lauta zufrieden. Er ist Eisenbahn-Fan durch und durch. Wollen Besucher bei Zipperts einkehren, müssen sie zunächst eine Schrankenanlage samt funktionstüchtigem Andreaskreuz passieren. Am Hauseingang wartet dann eine riesige gemalte Dampflok an der Wand. Und: 50 Meter Gleise sind im Garten verlegt. Der ist eine grüne Scholle mit einer riesigen Modelleisenbahnplatte.

„Ich interessiere mich seit Kindertagen für die Eisenbahn“, erzählt Frank Zippert. „Immer, wenn ich meine Oma in Leipzig besucht habe, habe ich die Züge an der Linie Leipzig – Halle beobachtet“, erinnert sich der heute 65-Jährige. Bald darauf begann er, kleine Modelle verschiedener Eisenbahnen zu sammeln.

Auch beruflich verschlug es ihn an die Schiene. So war er jahrelang im Tagebau Welzow-Süd im Gleisbau tätig. Dort fand er eines Tages auch mit Kollegen ein Stück einer Stahlschiene aus dem Jahr 1924 - für Frank Zippert etwas ganz Besonderes.

Als er zum 60. Geburtstag von seiner Tochter Marlen als Geschenk eine Gartenbahn überreicht bekam, wurde alles noch ein bisschen größer. Der Rentner installierte nun ein Schienennetz im Garten, legte Weichen, baute Tunnelanlagen und schuf ganze Rundstrecken auf der heimischen Parzelle. Er schaffte sich noch mehr Gartenbahnen an und wurde auch kreativ, was die Ausgestaltung zwischen den Schienen betraf. Auch ein Schuppen wurde zu einem Lokschuppen umfunktioniert, von dem aus er Loks und Waggons steuern kann, und in dem im Winter die Gartenbahnen gelagert werden können.

Was fasziniert Frank Zippert an Eisenbahnen? „Anfangs bin ich von den Geräuschen, die von den Bahnen ausgehen, überwältigt gewesen. Das hält bis heute an. Zudem imponieren mir Kraft und Stärke, die solche Bahnen haben.“ Seine Familie und mittlerweile auch Freunde unterstützen ihn bei seinem außergewöhnlichen Hobby. „Obwohl das unter anderem ein sehr teures Hobby ist“, sagt seine Frau. Teilweise geben auch Freunde Tipps, wo Zippert etwas Neues zu den Eisenbahnen bekommen kann. So wurde einmal ein Kontakt zu einem ehemaligen Ausbilder für Triebfahrzeugführer hergestellt, der Frank Zippert seine alte Uniform schenkte. Diese zieht Frank Zippert heute mit großer Leidenschaft auch gerne mal drüber.

Selbst im Urlaub hört diese Leidenschaft nicht auf: „Ich halte auch im Urlaub Ausschau nach etwas Neuem“, sagt er. So lernte er im Österreich-Urlaub auch mal einen Mann kennen, der einen alten Stellwerk-Hebel abgeben wollte. Zippert zögerte nicht lange und nahm den Hebel an sich. Dieser soll noch seinen Platz und Zweck im Gartenbahnenidyll finden.

Der Lautaer ist glücklich, wenn er sich mit seinen Bahnen beschäftigen kann. Trotzdem hat er noch Träume: „Selber einen Zug gefahren habe ich noch nicht. Es würde mich aber mal reizen, eine Dampflok zu steuern, obwohl ich mich damit erst sehr intensiv beschäftigen müsste“, sagt er. Heutzutage könnte er sich auch gut vorstellen, einen alten Bahnhof zu einem Wohnhaus umzubauen. In der Lausitz, vor allem an der Neiße, gibt es an alten Trassen schöne Anwesen. „Aber ein Wohnhaus haben wir schon. Das reicht“, sagt er. „Es müssen ja nicht alle Träume in Erfüllung gehen.“