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| 17:32 Uhr

Bernsdorf
Garant für die sichere Verbindung

Mirko Pohling, Mitarbeiter der Klauke GmbH in Bernsdorf, prüft eine elektromechanische Zange. Sie wird nur in der Lausitz produziert. Die gesamte Firmengruppe Klauke plant 2017 mit einem Umsatz von etwa 180 Millionen Euro.
Mirko Pohling, Mitarbeiter der Klauke GmbH in Bernsdorf, prüft eine elektromechanische Zange. Sie wird nur in der Lausitz produziert. Die gesamte Firmengruppe Klauke plant 2017 mit einem Umsatz von etwa 180 Millionen Euro. FOTO: Sascha Klein / LR
Bernsdorf. In Bernsdorf entstehen Spezialzangen für den Weltmarkt. Die Klauke GmbH produziert dort mit rund 45 Mitarbeitern hochwertiges Werkzeug. Auch eine weltweit einmalige Zange ist ohne Bernsdorf undenkbar. Von Sascha Klein

Wenn Mirko Pohling eine der „Klauke micro“-Zangen kontrolliert, hält der Mitarbeiter aus der Zangenmontage im Bernsdorfer Klauke-Werke eine Besonderheit in der Hand. Dieses elektromechanische Werkzeug hat das Unternehmen im Jahr 2014 als Weltneuheit auf den Markt gebracht. Produziert wird es nur in der Lausitz. Diese Zange verbindet Adern eines Kabels und Steckers oder einer Adernendhülse. Der Vorteil: Benutzer müssen kaum mehr Kraft aufwenden. Nachdem das Material per Hand vorgeklemmt ist, übernimmt das Gerät mit der Kraft des integrierten Motors den Rest. Das heißt: Die Leitungen werden perfekt verpresst. Der Fall, dass der Nutzer zu wenig Kraft einsetzt und Fehler macht, ist damit ausgeschlossen. Diese Art des Verbindens, Crimpen genannt, hat sich vor allem in der Hochfrequenz-Elektronik und in der Telekommunikation durchgesetzt und ersetzt oftmals Löten und Schweißen.

In Bernsdorf produziert die Klauke-Gruppe diese Spezialzange für den Weltmarkt, wie Unternehmenssprecher Marc Stawitzki betont. In einem leicht anderen Design, aber mit gleicher Technik, wird sie auch in den USA vertrieben. Die Nutzer der Klauke-Produkte sind zumeist Handwerks- und Industrieunternehmen. Insgesamt verfügt die Konzerngruppe nach eigenen Angaben über rund 10 000 Produkte.

Bernsdorf ist zudem das Kompetenzzentrum für Handzangen in der Firmengruppe, die ihren Sitz im nordrhein-westfälischen Remscheid hat. Sie werden in verschiedenen Größen und für verschiedene Einsatzgebiete gefertigt. Auch Presseinsätze werden in der Lausitz hergestellt. Dafür hat der Bernsdorfer Standort gerade eine neue Maschine erhalten. Seit Oktober dieses Jahres steht in der Produktion ein neues Dreiachs-Fräszentrum, das verschiedenste Presseinsätze für Werkzeuge fertigen kann.

Die Klauke-Gruppe, der Betrieb existiert in Remscheid seit 1879, ist nach der Wiedervereinigung nach Sachsen gekommen. Im Jahr 1991 hatte sie das Unternehmen HAW in Bernsdorf übernommen – die Geburtsstunde für den weiterhin einzigen ostdeutschen Produktionsstandort. In Europa produziert Klauke noch in zwei weiteren Werken, in Remscheid und in der Slowakei. In den Produktionshallen in der Bernsdorfer Waldbadstraße arbeiten zurzeit 45 Mitarbeiter. Konzernweit sind es etwa 1300. Beim Thema Fachkräftenachwuchs hat Bernsdorfs Werkleiter Rico Tschackert die gleichen Probleme wie viele Mittelständler in der Region: Er findet kaum Azubis. Die Auszubildenden, die in den vergangenen Jahren ausgebildet wurden, seien in der Regel auch übernommen worden.

Rico Tschackert, Werkleiter bei Klauke in Bernsdorf, zeigt Presseinsätze, die in der neuen Maschine, dem Dreiachs-Fräszentrum, hergestellt werden.
Rico Tschackert, Werkleiter bei Klauke in Bernsdorf, zeigt Presseinsätze, die in der neuen Maschine, dem Dreiachs-Fräszentrum, hergestellt werden. FOTO: Sascha Klein / LR