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| 15:04 Uhr

Gastronomie
Gäste aus Fernost lieben Tonkatsa mit Pommes

Restaurantbesitzer Uwe Köhler mit einem Auszug seiner Speisekarte.
Restaurantbesitzer Uwe Köhler mit einem Auszug seiner Speisekarte. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Das Hoyerswerdaer Allee-Restaurant wird oft von Japanern besucht. Inhaber Uwe Köhler hat sich mit seiner Speisekarte darauf eingestellt. Von Rainer Könen

Natürlich hat er daran bereits gedacht: einmal einen Japanisch-Sprachkurs in der Volkshochschule zu besuchen. „Aber ich habe einfach keine Zeit dafür“, sagt Uwe Köhler, dessen Allee-Restaurant in  Hoyerswerda oft von Japanern besucht wird. Seine Gäste aus Fernost sind aber schon dankbar, wenn er sie mit einem Konbanwa (Guten Abend) begrüßt, mit einem Sayonara (Auf Wiedersehen) verabschiedet. Klar, manchmal wünschte er sich schon, mit seinen Gästen parlieren zu können, um etwas mehr von der Mentalität, den lukullischen Vorlieben seiner japanischen Gäste erfahren zu können. Die schätzen bei ihm derzeit vor allem Hamburger Schnitzel (Tonkatsa) mit Pommes, so Köhler weiter.
Sein Restaurant ist für die im benachbarten Achat-Hotel wohnenden Japaner, die in dem in Straßgräbchen liegenden Toyota-Zulieferbetrieb TDDK arbeiten, ein beliebter Anlaufpunkt. An manchen Abenden lassen die Gäste bei ihm den Arbeitstag ausklingen. Es sei häufig vorgekommen, dass sie noch kurz vor Feierabend speisen wollten. „Als Gastronom muss man da flexibel sein“, sagt Köhler.
Als er merkte, dass seine Gäste sich mit seiner Speisekarte schwertaten, reagierte er. Er bekam schnell mit, dass ein Großteil der Gäste aus Nippon weder Deutsch noch Englisch spricht. So ließ er seine Speisekarte komplett übersetzen. Über einen Bekannten bekam er seinerzeit Kontakt zu einer in Baden-Württemberg lebenden Japanerin. Der schickte Köhler die Karte und erhielt sie übersetzt zurück – ergänzt mit Hintergrundinfos zu diversen regionalen Gerichten. Auf Japanisch, versteht sich. „Fand ich toll“, erzählt Uwe Köhler.
Besonders umfassend war die Übersetzung für die Sorbische Hochzeitssuppe (Sorubu kekkonshiki no supu) ausgefallen, die er bis vor einiger Zeit noch auf der Karte hatte. „Man muss den Japanern erklären, dass es sich bei den Sorben um eine hier lebende ethnische Minderheit handelt“, so der Gastronom.

Uwe Köhler vertritt den Standpunkt, dass bei der Speisekarte bereits die Gastfreundschaft beginnt. Eine Zeitlang hatte er, um das Wohlbefinden seiner japanischen Gäste noch zu fördern, in seinem Restaurant via Internet-Radio einen bekannten Hörfunksender aus dem Land der aufgehenden Sonne eingestellt. „Die haben sich wie zu Hause gefühlt, es wurde ausgelassen gesungen.“ Mitunter habe es  sogar spontane Karaoke-Aufführungen gegeben.
Mehrsprachige Speisekarten sind nach Auffassung von Restaurant-Inhaber Köhler für die hiesigen gastronomischen Einrichtungen eigentlich ein Muss. Vor allem im Lausitzer Seenland, das Jahr für Jahr zahlreiche Touristen, auch aus dem Ausland, anzieht.

Der Allee-Restaurantinhaber hatte darüber nachgedacht, es nicht nur bei seiner auf Japanisch und Englisch übersetzten Speisekarte zu belassen. Er wollte diese auch noch in Tschechisch übersetzen lassen, hat es sich dann aber anders überlegt. Denn: „Die Tschechen sprechen gut englisch.“