ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:14 Uhr

Einweihung der Stele
Für Vergangenheit und Zukunft

Lautas Bürgermeister Frank Lehmann richtet sich nach der offiziellen Enthüllung der Aluminiumstele mit einigen Worten an die Besucher und Bürger der Stadt.
Lautas Bürgermeister Frank Lehmann richtet sich nach der offiziellen Enthüllung der Aluminiumstele mit einigen Worten an die Besucher und Bürger der Stadt. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Erinnerung an den 100-jährigen Industriestandort: Lauta hat nun eine Aluminiumstele. Von Anja Guhlan

Etwa zwei Jahre haben vor allem die ehemaligen Lauatwerker auf dieses Ereignis gewartet: die Enthüllung der Aluminiumstele in Lauta Nord direkt am Ring. Ehemalige Mitarbeiter des Aluminiumwerkes Lauta, das einst das Größte in Europa war, wollten das 100-jährige Jubiläum  am 17. Oktober nicht so einfach in Vergessenheit geraten lassen. Stattdessen wünschten sie sich einen Ort des Erinnerns. Siegfried Erler von der Seniorenakademie Lauta nahm sich mit seinen Mitgliedern dem Wunsch an und bereitete ein Erinnerungsdenkmal vor.

Am Mittwochnachmittag versammelten sich nun rund 150 Besucher, um diesem besonderen Ereignis beizuwohnen. Mit Hilfe des Lautaer Bürgermeisters Frank Lehmann (parteilos) enthüllte Siegfried Erler schließlich die neu errichtete Stele aus Aluminium. Sie zeigt zwei Aluminiumbarren mit der Aufschrift  „Aluminiumwerk Lauta“. Dahinter ist ein Alumiumgebilde mit zahlreichen aufgedruckten Informationen zum Industriestandort mit seiner Industriegeschichte und einer historischen Zeitleiste.

„Dass wir uns zur Einweihung dieser Stele treffen, verdanken wir dem Engagement vieler“, betonte Siegfried Erler nochmals und zählte die zahlreichen Unterstützer auf. Auch Lautas Bürgermeister Frank Lehmann dankte in erster Linie den Unterstützern: „Diese Stele soll fortan an den einst großen Industriestandort Lauta erinnern, der zwar aus kriegerischem Hintergrund entstand, jedoch auch viele Jahre für eine friedliche Nutzung diente“, sagte Lehmann und fügte hinzu: „Diese Stele soll aber auch für einen Aufbruch mit etwas Neuem stehen, für das wir sowohl Mut als auch Demut brauchen. Mit dem Mut sollten wir etwas wagen und mit Demut zwar selbstbewusst wirken, uns jedoch nicht allzu viel selbst darstellen.“ Auch Udo Witschaß, der stellvertretend für den Landrat Michael Harig ein paar Grußworte sprach, meinte: „Das Alumiumwerk hatte einst den Grundstein für eine industrielle Entwicklung in Lauta gelegt. Doch auch nach 100 Jahren sollten bereits ortsansässige und neue Unternehmen als viele weitere Stelen Hoffnung auf die Zukunft geben.“

Nach der offiziellen Enthüllung der Stele hatten Besucher die Möglichkeit, die Stele selbst von Nahem in Augenschein zu nehmen. Hilmar Erdmann, der einst etwa 30 Jahre im Lautawerk beschäfigt gewesen ist, zeigt sich begeistert. Er erinnert sich noch gut an das einstige Werk mit seinen 200 Hektar Industriegelände, an das 750 Grad heiße Aluminium und  wie rund 70 000 Tonnen Aluminium das Werk jährlich verlassen haben. In einer Laudatio merkte er an: „Gerade für die ehemaligen Lautawerker soll die Stele Stolz und Erinnerung ausdrücken,  aber auch Dank und Anerkennung. Das Lautawerk gilt als Tradition, die notwendig ist für ein fortschreitendes Leben. Tradition ist aber auch eine Quelle, um etwas Neues zu schaffen.“ Auch andere Lautawerker wie Heinz Biesold, der 23 Jahre in dem Werk arbeitete oder Aribert Schulze, der es auf 41 Jahre in dem Werk schaffte, zeigen sich begeistert.  „Es ist schön, dass so eine Stele zur Erinnerung geschaffen wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass keine Unholde die Stele  beschädigen“, meint Biesold. Ob  es Lauta am Ende schafft, in der Stadt etwas neues Großes zu installieren, bleibt abzuwarten. Zumindest kann die Stele nun jederzeit an dieses Vorhaben erinnern und Mut machen.