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Kosten für Kinderbetreuung
Für Lauta werden die Kitas teurer

Die Kinderbetreuung in Kita und Hort kommt die Kommunen künftig teurer zu stehen. Weil die Personalkosten ansteigen, müssen viele sächsische Städte - wie auch Lauta - jetzt höhere Zuschüsse dafür einplanen.
Die Kinderbetreuung in Kita und Hort kommt die Kommunen künftig teurer zu stehen. Weil die Personalkosten ansteigen, müssen viele sächsische Städte - wie auch Lauta - jetzt höhere Zuschüsse dafür einplanen. FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Lauta. Viele Kommunen müssen künftig höhere Kosten für den Betrieb der Kindertageseinrichtungen einplanen. Auch die Stadt Lauta ist betroffen. Von Anja Guhlan

Nachdem im Hoyerswerdaer Stadtrat die Mehrkosten von fast einer Million Euro für die Kinderbetreuung für Wirbel gesorgt haben, ist das Thema jetzt auch in Lauta aktuell. Auch hier muss die Stadt im kommenden Jahr höhere Kosten für den Betrieb der Kindertagesstätten einplanen. Doch der Stadtrat in Lauta hat jüngst die überplanmäßige Ausgabe in Höhe von „nur“ rund 158 000 Euro für die zwei Kinderbetreuungseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt Lausitz (Awo) im Stadtgebiet Lauta sowie für den Hort an beiden Grundschulen der Stadt beschlossen. Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) spricht dabei von „teils deftigen Erhöhungen der Personalkosten“.

Zwei Gründe sind für diese Erhöhungen anzuführen: Tarifangleichungen zwischen der Awo Lausitz und der Gewerkschaft Verdi sowie die Einstellung von zusätzlichem Personal in 2017 und 2018 wegen gestiegener Schülerzahlen im Hortbereich. So ist die Schülerzahl sowohl im Hort Laubusch als auch im Hort Lauta innerhalb dieses Jahres um jeweils  bis zu  30 Kindern angestiegen, sodass die Kapazitäten im Hort Laubusch von 110 auf 130 Plätze und im Hort Lauta von 120 auf 150 Plätze neu beantragt und durch das Landesjugendamt in Chemnitz mit Betriebserlaubnis genehmigt wurden. Gerade für das Einhalten des Betreuungsschlüssels ist daher zusätzliches Personal notwendig, was wiederum zur Erhöhung der Personalkosten führt.

Im Gegensatz zu Hoyerswerda verläuft in Lauta die Beschlussfassung jedoch ruhiger ab. Zwar seien die jetzigen überplanmäßigen Ausgaben durch den derzeitigen Doppelhaushalt aus dem Jahr 2016 nicht vorherzusehen gewesen, jedoch konnte Lauta aus Minderaufwendungen des nun geschlossenen Freibades in Laubusch und durch Mehreinnahmen in der Gewerbesteuer die unvorhergesehenen Kosten in Höhe von rund 158 000 Euro gut deckeln. Für das Folgejahr 2018 weiß die Stadtverwaltung nun, dass sie erneut mit überplanmäßigen Ausgaben für die Kinderbetreuung rechnen muss. „Wie sich das widerspiegeln wird, muss vom Träger dann wieder angezeigt werden“, erklärt Katrin Grader, die Hauptamtsleiterin in der Stadtverwaltung Lauta.

Entsprechend dem sächsischen Gesetz für Kindertageseinrichtungen werden „die Personalkosten einer Kindertageseinrichtung eines Trägers der freien Jugendhilfe durch die Gemeinde, einschließlich des Landeszuschusses, durch Elternbeiträge und den Eigenanteil des Trägers aufgebracht“. Katrin Grader spricht bei den Landeszuschüssen in den kommenden Jahren von einem Rückgang. „Es ist traurig und schade, dass diese Zuschüsse laut veröffentlichten Prognosen zurückgehen. Schließlich geht es um Kinderbetreuung – unsere Zukunft.“ Sie meint auch, dass am Ende die Gemeinden die Last tragen müssen. Denn Elternbeiträge können rein rechtlich durch eine prozentuale Begrenzung nicht auf das Äußerste erhöht werden. Irgendwann ist sinnbildlich bei jedem Elternpaar der Geldbeutel alle. Und der Eigenanteil des Trägers? Laut Katrin Grader müsse da auch darauf geachtet werden, wie liquide der Träger ist. Deshalb fragte auch der Stadtrat Michael Rischer (CDU) in der jüngsten Sitzung an, ob die Verwaltung denn nicht in die Buchwerte des Trägers tiefer hineinschauen kann. In der Sitzung nahm die Verwaltung den Hinweis auf und versicherte, dass dieses Prüfinstrument besser wahrgenommen werden muss. Grader meint: „Sicherlich ist eine tiefgründigere Einsicht möglich, doch dazu müsste sicherlich ein Wirtschaftsprüfer in die Buchwerte blicken. Ein Träger wie die Awo hat nämlich viele Bereiche, die abgedeckt werden. Die Komplexität würde die Sachbearbeiter-Kompetenzen in einer Verwaltung einfach übersteigen“, berichtet sie.

Klar ist jedoch: Die Stadt Lauta muss jetzt „definitiv handeln“ und für die Folgejahre Lösungen finden, um die höheren Personalkosten auch in den kommenden Jahren deckeln zu können.