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| 20:05 Uhr

Interview mit Nicole Koniarski (39) und Klaus-Peter Haselbauer (63).
Für eine starke  kulturelle Vielfalt der Stadt

 Nicole Koniarski arbeitet seit 2003 bei der Musikschule. Klaus-Peter Haselbauer unterrichtet seit 1991 die Hoyerswerdaer Musikschüler in den Instrumenten Saxophon, Querflöte und Blockflöte.
Nicole Koniarski arbeitet seit 2003 bei der Musikschule. Klaus-Peter Haselbauer unterrichtet seit 1991 die Hoyerswerdaer Musikschüler in den Instrumenten Saxophon, Querflöte und Blockflöte. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Die Musikschule Hoyerswerda hat ein neues Führungsduo. Die Musikfesttage bleiben eine feste Größe. Von Rainer Könen

Dass die Musikschule Hoyerswerda ein Leitungs-Duo hat, ist neu. Wie ist bei Ihnen die Zusammenarbeit zwischen musischem und dem verwaltungs-organisatorischen Bereich geregelt? Gibt es Schnittstellen zwischen den beiden Verantwortungsbereichen?

Koniarski Für die Neustrukturierung der Musikschulführung haben wir gemeinsam mit dem gesamten Musikschulteam alle Aufgaben der Musikschule zusammengestellt und eine neue Struktur entwickelt. Wichtig ist uns, dass jeder einzelne, vom Musikschullehrer über den Fachbereichsleiter bis hin zum Leitungsduo, seine persönlichen Stärken einbringt. Haselbauer: Wichtig ist auch, dass unsere Schüler und deren Eltern immer einen festen Ansprechpartner haben. Das ist bei Fragen zum Unterricht für die Schüler der Musikschullehrer. Für alle anderen Fragen steht unser Service-Center der Musikschule zur Verfügung.

Die Gesellschaft verändert sich, auch Musikschulen müssen mit dem vermeintlichen Zeitgeist gehen, sich anpassen. Ist da die Einrichtung eines Leitungs-Duos eine Antwort auf die gesellschaftlichen Veränderungen?

Koniarski Das ist in der Tat der Kern unserer Überlegungen. Die Anforderungen an eine Musikschulleitung haben sich   gewandelt. Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen spielen eine zunehmend bedeutendere Rolle. Dies sehen wir aber keinesfalls kritisch. Vielmehr freuen wir uns, künftig in der öffentlichen Wahrnehmung eine noch größere Rolle zu spielen. Von einem Musikpädagogen als Musikschulleitung konnten diese Aufgabenbereiche neben der künstlerischen Leitung nicht mehr gestemmt werden. Wir haben daher seit Anfang Februar eine neue Marketingfachkraft für diese Aufgabenbereiche. Wir denken, dass sich künftig auch andere Musikschulen auf dieses moderne Führungsmodell umstellen werden.

Herr Haselbauer, gibt es Musikprojekte, die Sie in der nächsten Zeit realisieren möchten?

Haselbauer Ja, die gibt es. Eines unser jungen Projekte ist der „Improvisations-Workshop“, der im April stattfindet. Weiterhin befinden sich unsere Lehrer noch in der Kreativphase, mit welchem Musikschulkonzept an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Kultur macht stark“, teilgenommen wird. Unsere regelmäßigen Veranstaltungen, wie zum Beispiel der „Tag der offenen Musikschule“ oder das „Konzert junger Künstler“ im Rahmen der 54. Musikfesttage, das Frühlingskonzert und das Konzert der Popabteilung „HYPE“ sowie unser Weihnachtskonzert zählen bereits zu unseren bewährten Projekten.

Frau Koniarski, wie soll sich die Musikschule in der Zukunft präsentieren?

Koniarski Die Musikschule Hoyerswerda möchte künftig über alle  Projekte, Veranstaltungen und News mit einem aufgefrischten Marketing auf allen Kanälen informieren. Da lohnt es sich immer wieder mal einen Blick in die sozialen Medien zu werfen.

Welches sind die drängendsten Probleme der Musikschule?

Koniarski Die Musikschule Hoyerswerda stellt sich gemeinsam mit anderen städtischen Institutionen den Herausforderungen des demografischen Wandels. Neben der Gewinnung von neuem Musikernachwuchs für regionale Orchester und unserer Popabteilung, sind wir nach wie vor auf der Suche nach fachspezifischen Lehrern.

Stichwort Musikgeragogik: In Hoyerswerda leben viele ältere Menschen auch in Pflegeheimen. Gibt es bereits Kooperationen mit Senioreneinrichtungen respektive sind  welche geplant?

Haselbauer Dem Alter wird in unserem Hause keine Grenze gesetzt. Es finden immer wieder ältere musikbegeisterte Menschen mit über 70 Jahren den Weg zu uns. Derzeit existiert keine Kooperation mit Seniorenheimen, um Musikunterricht durchzuführen. In der Vergangenheit gab es verschiedene Angebote, die wurden aber leider nicht angenommen. Für zukünftige Anfragen sind wir aber offen und freuen uns auch, weiterhin zu Weihnachtsfeiern oder Kaffeerunden, eine musikalische Umrahmung anbieten zu können.

Zuletzt fand der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ statt. War man mit dem Abschneiden der Musikschüler zufrieden?

Haselbauer Der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ liegt uns sehr am Herzen. Wir sind sehr stolz auf jeden unserer Musikschüler, der sich diesem Wettbewerb stellt. Natürlich ist diese Veranstaltung immer auch eine Art Leistungsnachweis für eine Musikschule. Unsere Schüler haben gute bis sehr gute Leistungen erzielt, es gab einige Delegierungen zum Landeswettbewerb. Und nicht zu vergessen, unsere Schülerin Salome Dietze hat da die Höchstpunktzahl 25 erspielt und dafür den Sonderpreis des Lions-Club bekommen.

Wer wird von den beiden Leitungskräften der Musikschule im Alltag mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen?

Koniarski Nach außen wollen wir mit unseren Veranstaltungen, der Musik, den Künstlern hörbarer und erlebbarer werden und noch stärker zur kulturellen Vielfalt der Stadt beitragen. Hierfür ist die künstlerische Leitung verantwortlich.