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Lohsa
Erste Knappensee-Ideen vorgestellt

So kann sich der Zweckverband LSS die künftige Nutzung am Knappensee vorstellen. Nun muss die Gemeinde Lohsa sehen, ob und wie sie diese Ideen umsetzt. Die Inseln im Knappensee sollen gesperrt bleiben.
So kann sich der Zweckverband LSS die künftige Nutzung am Knappensee vorstellen. Nun muss die Gemeinde Lohsa sehen, ob und wie sie diese Ideen umsetzt. Die Inseln im Knappensee sollen gesperrt bleiben. FOTO: Elisabeth Wrobel / LR
Lohsa. Der Masterplan für den „neuen“ Knappensee ist im Entstehen. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen hat das Zwischenergebnis in Lohsa vorgestellt. Noch ist nichts entschieden. Die Ideen klingen jedoch vielversprechend. Von Sascha Klein

Der Knappensee ist ein beliebtes Diskussionsthema – und wird es auch noch mindestens zehn Jahre bleiben. Einst eine der Freizeitoasen im Bezirk Cottbus und in der Region Hoyerswerda – heute wegen der Komplettsanierung noch für Jahre gesperrt. Aber: Bereits jetzt machen sich der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) und die Gemeinde Lohsa Gedanken, wie der Knappensee ab 2022 – wenn die Sanierung voraussichtlich beendet ist – neu entwickelt werden soll.

Am Dienstagabend haben Projektentwickler Heiko Nowak vom LSS und Andreas Worbs von der Firma Steg eine erste Version des Masterplans Knappensee im Gemeinderat Lohsa vorgestellt. Die Ausrichtung des Sees innerhalb des Lausitzer Seenlands bleibt unverändert: Der Knappensee ist ein ruhiger See für den Familienurlaub sowie das Campen, Zelten und Tauchen. Auch Angler sollen dort wieder ein Zuhause finden.

Das Gewässer soll ab 2022 zwar schiffbar sein, ein Fahrgastschiff ist allerdings nicht angedacht. Was künftig erlaubt sein soll, heißt aufVerwaltungsdeutsch „muskelbetriebener Wassersport“. Das bedeutet: Auch Segelboote könnte es in einigen Jahren wieder auf dem Knappensee geben – wie das Anrainer seit Jahrzehnten kennen. Vorgesehen ist, dass es einen asphaltierten Rundweg um den kompletten See geben soll. Dafür überlegen die Verantwortlichen, ob es Möglichkeiten gibt, dies über die Bergbausanierung zu realisieren.

Dieser Masterplan ist jedoch keine fertige „Bauanleitung“ für die Anrainer in Groß Särchen, Koblenz, an der Knappenhüttensiedlung und in Maukendorf. Das betonten sowohl Planer Andreas Worbs als auch Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU). Der Masterplan soll zunächst einmal eine grobe Vorstellung liefern, an welchen Orten welche Nutzung möglich, sinnvoll und gewünscht ist. Thomas Leberecht sagt, die Gemeinde will bis zum Sanierungsende die Voraussetzungen schaffen, damit dann gezielt gebaut und saniert werden kann. Wie Heiko Nowak vom Zweckverband LSS betont, soll die endgültige Version des Masterplans Knappensee Ende Februar fertig sein.

Groß Särchen: Das Zentrum des künftigen Knappensee-Tourismus stellen sich die Macher des Masterplans auch künftig in Groß Särchen vor. Ein zentrales Objekt soll das Vereinszentrum werden, das am Standort des früheren Campingplatzes Z 1 entstehen könnte. Dort könnten auch Ferienhäuser oder Bungalows Platz finden, ebenso wie Flächen für Camping und Zelten.

Ein weiteres Hauptprojekt ist laut Masterplan der Bau einer Slipanlage in der Nähe des Vereinszentrums. Dort könnte zudem ein Bootssteg sowie ein Bootsverleih entstehen. In dem Areal sollten auch Hafenmeister und Was­serwacht eine Heimstatt finden.

Angedacht ist in Groß Särchen auch eine Promenade mit Flaniermeile, großem Strand, Imbiss- und Serviceangeboten. Die Parkplätze P 1 und P 2 im Ort sollen saniert und teils neu gestaltet werden. Was für Diskussionen sorgen dürfte: Der Masterplan sieht vor, den Rutschenpark abzureißen. Die Gründe: der Zustand und die späteren Unterhaltungskosten. Nur der Turm könnte also Aussichtspunkt erhalten bleiben.

Eine neue Idee: Der Masterplan schlägt auf der Fläche des einstigen Z 2 – zwischen See und Grundschule – eine Fläche für Mietbungalows vor. Dieses Angebot gebe es im Seenland so noch nicht und wäre eine Besonderheit für den Knappensee, so Andreas Worbs. Dafür bräuchte es jedoch einen Investor, der bislang nicht in Sicht ist.

Koblenz: Für den Ort soll es laut der Vorstellungen des Masterplans ebenfalls einen Strand geben, der sowohl für Einheimische als auch für Touristen nutzbar ist. Wünschenswert wären dort auch Gastronomie und weitere Serviceangebote. Am Koblenzer Ufer könnten dann Camping- und Zeltplätze entstehen. Die Zeltplätze wären eher am Rand, Flächen für Caravans und Wohnwagen zentral. Zwischen Koblenz und Groß Särchen, so der Vorschlag, könnte eine gestaltete Grünanlage einerseits eine Verbindung zwischen beiden Orten schaffen, andererseits beide Orte jedoch auch deutlich voneinander trennen.

Knappenhüttensiedlung: Im Nord­osten des Knappensees soll die Knappenhüttensiedlung durch einen Bootsrastplatz und einen Bootssteg erreichbar sein. Dort könnten Gäste eine Verbindung vom Knappensee zur Energiefabrik nach Knappenrode bekommen. Eine Idee, die nicht im Masterplan steht, ist am Dienstagabend öfter durch den Lohsaer Ratssaal gegeistert: ein Kanal zwischen Knappensee und Graureihersee. Planer Andreas Worbs sagt: „Es wäre schön, aber vermutlich sehr teuer.“ Zudem sei völlig unklar, ob eine Verbindung zum einen hydrologisch und zum anderen finanziell möglich wäre. Was klar ist: Der Parkplatz nahe der Siedlung soll reaktiviert und ausgebaut werden.

Maukendorf: Klare Vorstellungen existieren für den Maukendorfer Nordstrand. Dort geht es zum einen um die Wiedererrichtung des Bungalow-Standorts durch die Eigentümer sowie den möglichen Bau eines Vereinsheims. Öffentlich sein soll dann ein Badestrand für Bürger, Besucher und Touristen. Denkbar seien auch dort ein Imbiss und Serviceangebote in Strandnähe. Eine weitere Idee: ein Volleyballfeld.

Wie es jetzt weitergeht: Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen nimmt jetzt noch Hinweise zum Masterplan Knappensee auf. Der Plan, das betont auch Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht, sei eine Handlungsempfehlung und kein Muss. Unter den Gemeinderäten und Gästen hat es ein geteiltes Echo zu den neuen Vorstellungen zum Knappensee gegeben. Während sich Abgeordnete wie Tilo Babick und Kerstin Robel generell positiv äußerten, übte Einwohner Dieter Mücke aus Groß Särchen Kritik. Ihm fehle bei allen Ideen das Alleinstellungsmerkmal für den Knappensee.