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Fünfjährige Pia balanciert auf chinesischer Artisten-Pyramide

Die fünfjährige Pia überraschte mit ihrem Mut, sich hoch auf den Künstler-Schultern balancieren zu lassen und bekam dafür eine Rose geschenkt.
Die fünfjährige Pia überraschte mit ihrem Mut, sich hoch auf den Künstler-Schultern balancieren zu lassen und bekam dafür eine Rose geschenkt. FOTO: Ulrike Herzger/uhz1
Hoyerswerda. Der Chinesische Nationalzirkus tourt seit 25 Jahren mit riesigen Erfolgen durch Europa. Am vergangenen Sonntagnachmittag war die Bühne in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle Austragungsort exzellenter chinesischer Artistik. uhz1

800 Zuschauer und damit ein ausverkaufter Saal erlebten eine fast dreistündige Show mit wechselnden Attraktionen, vor allem mit Akrobatik und Balance-Akten.

Den Besuchern wurde eine unterhaltsame Geschichte geboten, die gleichzeitig Einblick in die Historie Chinas gewährte und nicht nur diverse Zirkus-Nummern aneinanderreihte. Und so wurde das Publikum diesmal ins Shanghai der 40er-Jahre mit klassischem Teehaus und Bar, einer Opiumhöhle und einem Varieté entführt. Die 22 Künstler im Alter zwischen 18 und 50 Jahren sorgten mit ihren Ausnahmetalenten immer wieder für atemloses Staunen bis hin zu stürmischem Zwischenapplaus.

"Wenn man nur einige dieser Verrenkungen halb so gut könnte, würde einem wohl nichts mehr wehtun", resümierte Waltraud Kruscha amüsiert. Gemeinsam mit ihrer Tochter Ute Hecker, die aus Weißwasser angereist war, hatte sie sich schon lange auf die Live-Vorstellung gefreut. "Dennoch vermisse ich noch die Farbigkeit. Auch sind viele Darbietungen auf der Bühne sehr weit hinten angesiedelt und könnten etwas mehr Licht vertragen", verglich die 78-Jährige die Vorstellung mit dem Fernsehen. Mit dieser Auffassung war die Seniorin nicht ganz allein. Denn trotz der großartigen Leistungen, die solistisch wie von der gesamten Crew geboten wurden, sei dieses Gastspiel mit der Dynamik der wechselnden Bilder sowie der prachtvollen Kostüme nicht an die beiden Auftritte in den Jahren davor herangekommen, so einige Zuschauer. Dieses Gesamt-Resümee wurde vielleicht auch beim Schlussapplaus deutlich, der zwar sehr herzlich war, aber diesmal nicht wie sonst mit stehenden Ovationen ausfiel.

Ganz zum Schluss gab es noch eine Überraschung für die fünfjährige Pia. Sie war nicht zu schüchtern, um mit auf die Bühne zu gehen. Dort durfte sie die Spitze einer kleinen Menschen-Pyramide sein. Ihrer zwölfjährigen Schwester Jessica, Mutter Jana Piller und Oma Judith klopfte derweil mächtig das Herz. Sie gehörten zu denjenigen, die der Chinesische Nationalzirkus richtig begeistert hatte.